Bis dahin galt, der eigentliche Brandherd mitten in dem Waldstück zwischen Werder und der Waldsieversdorfer Bungalowsiedlung Rotes Luch kann nicht direkt gelöscht werden, weil das Gelände noch vom Zweiten Weltkrieg her mit Munition verseucht sei. So ist es in den Karten der Polizei verzeichnet, die den Feuerwehren zur Seite steht.
Der Alarm ist mittags um 12.06 Uhr ausgelöst worden, weil Anwohner einen riesigen Waldbrand befürchteten: Dichter Rauch stieg aus einem großen Waldstück auf und zog in Richtung Osten nach Müncheberg. Die Ursache finden die Feuerwehrleute aus Rehfelde und Werder gegen 13 Uhr schnell heraus: An der Waldkante liegen quiemende Reifen von landwirtschaftlichen Maschinen. Der Qualm wird vom Westwind direkt zwischen die Bäume geblasen, verteilt sich und steigt auf großer Fläche auf. René Gess aus Werder ist einer der Ersten am Brandort. Mit seinem Rehfelder Kameraden Steffen Hunger stürmt er mit dem C-Rohr zum Löschangriff. „Anfangs sind wir dem Feuer buchstäblich hinterher gerannt“, erzählt Hunger, „vom Wind wurde es immer weiter in den Wald getrieben.“ Und immer weiter in Richtung Siedlung Rotes Luch auf der anderen Seite. „Die haben wir erst einmal evakuiert“, sagt Burkhard Miesterfeld. Sieben Bewohner müssen ihre Behausungen verlassen.
Weil bis dahin der Wald immer noch als munitionsverseucht gilt, können die Einsatzkräfte nur vom Rand aus löschen. Manuel Kriegelstein und Julian Hamich von der Garzauer Feuerwehr bekommen das Wasser in ihr auf D reduziertes C-Rohr vom Löschfahrzeug LF-10, das wiederum mit einem dicken B-Schlauch Wassernachschub vom Vogelsdorfer Tanker erhält. Das Wasser ist knapp, immer wieder müssen auch die Feuerwehrleute aus Schöneiche (Oder-Spree) mit ihrem vierachsigen MAN-Tanker an den Stöbber fahren, um Löschwasser für das Rehfelder TLF heranzuschaffen.
Inzwischen ist Einsatzleiter Burkhard Miesterfeld mit dem Polizeihubschrauber über dem Waldstück gekreist. Mit Polizeihauptkommissar Frank Tischer von der Besatzung kommt er zur Einsatzleitung zurück. Dort schiebt Tischer einen Stick in den Laptop und wertet die Luftaufnahmen aus: „Wir haben konkret ein Waldstück von 200 mal 350 Metern, das in Brand geraten ist.“ Nachdem die Reifen gelöscht sind, ist auch der Rauch nicht mehr so beeindruckend, zumal das Feuer an den Rändern schon erfolgreich bekämpft ist. Dennoch müssen immer weiter aufflackernde Glutnester abgelöscht werden. Stefan Brandt von der Prötzeler Wehr rückt, unterstützt vom Waldsieversdorfer Mark Geschke, gegen Flammen an einem Schonungszaun vor. Den ursprünglichen Plan nächtlicher Kontrollfahrten um das Waldgebiet herum, während es weiter brennt, korrigiert Miesterfeld nach der Munitionsentwarnung: „Wir löschen jetzt im Wald.“