Der 20-Minuten-Takt der S-Bahn nach Strausberg-Nord ist jetzt wieder ein Stück näher gerückt: Das Land Brandenburg hat Verhandlungen mit der Deutschen Bahn aufgenommen.Nach deren Abschluss können die eigentlichen Vorbereitungen anlaufen.
Bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung hatte Bürgermeisterin Elke Stadeler den Kommunalpolitikern über den aktuellen Stand berichtet. Sie habe bei der Deutschen Bahn nachgefragt und die Auskunft erhalten, dass die „Zugleistungen“ vom Land bestellt seien, die Bezahlung der notwendigen Infrastruktur – für die Taktverdichtung ist eine zweigleisige Ausweichstelle in der Nähe der Station Hegermühle nötig – aber noch nicht geklärt sei. Vom Infrastrukturministeriumin Potsdam habe sie nach vierwöchiger Wartezeit die Information erhalten, dass „die weiteren erforderlichen Schritte zur Planung der notwendigen Maßnahmen jetzt eingeleitet wurden“, zitierte die Bürgermeisterin aus einem Schreiben. Das Geld für die Planungsaufgaben solle nun bereitgestellt und die entsprechenden Vereinbarungen mit der Bahn getroffen werden, hieß es in dem Brief.
Wie MOZ-Recherchen ergaben, ist besagte Vereinbarung noch nicht in Sack und Tüten. Ihr Abschluss scheint aber in greifbarer Nähe. Laut Bahn AG liegt dem Ministerium seit November vergangenen Jahres eine Finanzierungsvereinbarung zur Planung des Begegnungsabschnitts vor. Inzwischen sei eine Antwort aus Potsdam angekündigt.
Ministeriumssprecher Kai Dietrich bestätigte dies. Man befinde sich in Vertragsverhandlungen mit der für die Schieneninfrastruktur zuständigen Bahn-Tochter DB Netz AG, die in besagte Vereinbarung münden. „Die letzten Abstimmungen laufen.“ Das Land werde rund 600 000 Euro für die Planung des Abschnitts bereitstellen, erklärte er. „Die Summe hat man nicht eben in der Schublade. Deshalb hat es eine Weile gedauert.“ Jetzt stehe fest, dass das Geld zur Verfügung stehe.
Insgesamt sei der Umbau der S-Bahn-Strecke mit rund sieben Millionen Euro veranschlagt. Denn es werde nicht die einfache Variante angestrebt, dass die Züge in Hegermühle wie in Fredersdorf am Bahnhof aufeinander warten. „Wenn schon gebaut wird, dann richtig“, so Dietrich. Demnach solle ein etwa 2,2 Kilometer langer zweigleisiger Abschnitt entstehen, der „flexible Begegnungen“ ermöglicht. Dazu sei neben Gleis, Weichen und Stromschiene auch „viel Technik im Hintergrund“ nötig. Vor allem Signal- und Sicherungsanlagen sowie deren Einbindung in das Gesamtnetz der S-Bahn machten das Projekt so teuer.
Für den 9. November hat Brandenburgs Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger laut Bürgermeisterin einen „Absprachetermin“ mit der Stadt und dem Landrat bestätigt. Im November 2010 hatte Vogelsänger die Bestellung des 20-Minuten-Takts nach Strausberg-Nord ab 2013 bekannt gegeben. Zuvor war ihm eine umfangreiche Sammlung von Unterstützungsschreiben übergeben worden, unter anderem von Unternehmen, Bundeswehrdienststellen und weiteren Behörden im Norden der Stadt.
Mittlerweile gibt es bei der Bahn auch eine „betriebliche Aufgabenstellung für den Umbau des Bahnhofs Strausberg“.Dort sollen Regional- und S-Bahn-Strecke „entmischt“ werden, also durch die Umgestaltung jeweils eigene Gleise erhalten. Die Realisierung stehe „in Abhängigkeit zur Entscheidung über die Aufnahme des 20-Minuten-Takts der S-Bahn“, hieß es von der Bahn.