"Das wird Ihr Beitrag zur Erreichung unserer Klimaschutzziele sein", rief Andreas Gagel den künftigen Mietern der Lindenpromenade 9 zu, nachdem er das Mieterstrommodell erläutert hatte. Der Stadtwerke-Geschäftsführer hatte den 20 Familien, die bereits Vorverträge für die künftigen 29 Wohnungen abgeschlossen haben, angekündigt, dass für die Versorgung mit Strom und Fernwärme aller fünf SWG-Blöcke in der Lindenpromenade ein kleines Blockheizkraftwerk gebaut werde. Dessen "Mieterstrom" werde pro Kilowattstunde sogar etwas günstiger als der normale Stadtwerkestrom werden, versprach er. Spitzenlasten werde ein Gaskessel abfedern. Im Festzelt neben der großen Baugrube gab es Beifall. Es sind vorrangig ältere Mieter, die sich die Zwei-, Drei- und Vier-Raum-Wohnungen, laut Geschäftsführer der Strausberger Wohnungsbaugesellschaft Mathias Wegner-Repke mit modernem Zuschnitt und offener Küche, per Vorvertrag gesichert haben. Das Bauvorhaben war nur kurz im Amtsblatt erwähnt worden. "Ja, wir haben ein schönes Wohnungsproblem", schätzte in ihrem Grußwort Bürgermeisterin Elke Stadeler ein, "wir haben Zuzug und den Wunsch nach modernem Wohnraum sowohl in Mehrfamilienhäusern zur Miete als auch als Eigenheim." Deshalb hätten die Stadtverordneten wie auch die Gesellschafter und der Aufsichtsrat der stadteigenen Wohnungsbaugesellschaft kein Problem mit diesem Projekt gehabt, als es der Geschäftsführer auf den Tisch legte. Mathias Wegner-Repke erinnerte daran, dass die ersten vier Blöcke 1967 bis 1969 errichtet worden seien und schon damals ein fünfter Block geplant war. Fast 50 Jahre später, im Sommer 2018, sollen die neuen Wohnungen bezogen werden. Das Planungsbüro Senator Project Management Service Dresden/Berlin hat sich in der Kubatur an dem vorhandenen Bestand orientiert. Vier Geschosse und ein ausgebautes Dachgeschoss wird der voll unterkellerte Bau haben. Alle Wohnungen haben Balkon oder Terrasse. In den zwei Aufgängen bringen Aufzüge die Mieter auf ihre Etage. Die 37 Stellplätze für die Mieter-Autos werden an den Giebelseiten angeordnet, damit beim Blick vom Balkon kein Autoverkehr stört. Begegnungsplätze für Jung und Alt, ein kleiner Rodelberg, Sitzplätze und Fahrradabstellanlagen sowie ein Spielplatz werden zu den Außenanlagen gehören.
Die Stadt als alleiniger Gesellschafter hat der Investition von 5,5 Millionen Euro gern zugestimmt, sagte die Bürgermeisterin. Für den Rohbau wird die Märkische Ingenieurbau GmbH Wriezen davon profitieren, für die Elektroanlagen die Hönower Lagron Elektro GmbH, Heizung, Lüftung und Sanitär erledigt Thiemo Seelig aus Buckow und die Außenanlagen Christian Ertel Galabau Rüdersdorf.
Es wird ein Haus mit mehreren Generationen, deutete sich bei der Grundsteinlegung an. Denn die SWG-Geschäftsführer Andreas Gagel und Mathias Wegner-Repke luden die junge Familie Rother ein, bei der Grundsteinlegung zu assistieren. Sie waren die Ersten, die einen Vorvertrag unterschrieben. Mit ihrem Söhnchen Louis kamen Nancy und Torsten Rother dem Wunsch gerne nach. Sie bewohnen bisher eine Drei-Raum-Wohnung der SWG in der Stadt und wollten schon immer in eine moderne Vier-Raum-Wohnung. Da beide nach Berlin zur Arbeit pendeln, schätzen sie die Nähe zu Tram und S-Bahn.
Als der Grundstein versenkt wurde, wünschte Mathias Wegner Repke dem Bau einen zügigen, unkomplizierten und unfallfreien Verlauf.