"Die Feuerwehr hat mich schon immer interessiert", sagt Uwe Schmidt, der seit 1994 in seiner Heimatstadt Strausberg als Stadtbrandmeister tätig ist. Es begann bereits in der Schule, wo er in der Arbeitsgemeinschaft Junge Brandschutzhelfer mitarbeitete. Mit 16 Jahren wurde Schmidt dann Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Anfangs habe er gar keinen leichten Stand gehabt, erinnert er sich rückblickend. Die anderen Feuerwehrleute hätten ihm irgendwie nicht so viel zugetraut und ihn lieber den nötigen Schreibkram erledigen lassen. Das habe sich im Laufe der Zeit dann geändert.
Froh ist Uwe Schmidt darüber, dass die Arbeit der Feuerwehren nach der Wende praktisch nahtlos weiterging. Die Kommunen hätten sich schnell darauf eingestellt, dass sie nun plötzlich in der Verantwortung standen.
Anfangs habe die Arbeit noch mit der Technik aus DDR-Zeiten bewerkstelligt werden müssen. Erst nach und nach sei in neue Fahrzeuge investiert worden. Schmidt verweist auf die Löschgruppe Hohenstein, die 1994 ins Leben gerufen worden sei. Wenn das dortige Gerätehaus im kommenden Jahr übergeben werde, dürfte das "das Interesse weiterer Leute an unserer Arbeit wecken", hofft der 51-Jährige.
Ausdrücklich lobt der Stadtbrandmeister die gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung und das Verständnis der Stadtverordneten für die verantwortungsvolle Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr. Und er würdigt allgemein die hohe Einsatzbereitschaft und das Engagement der knapp 70 aktiven Feuerwehrleute. "Das wird auch in der Öffentlichkeit sehr gut wahrgenommen", sagt Schmidt nicht ohne Stolz. Schließlich werde die Wehr nicht nur bei Bränden oder Verkehrsunfällen alarmiert. Sie sichere zudem beispielsweise auch Feste ab. "Alles ehrenamtlich", wie Schmidt hinzusetzt. Die "kleine Aufwandsentschädigung hat mehr einen symbolischen Wert", findet er und betont: "Ich würde die Arbeit auch ohne jegliche Entschädigung machen."
Dank und Anerkennung spricht er den Partnern der Feuerwehrleute aus, die doch auf so manche gemeinsame Stunde verzichten und Rücksicht walten lassen müssten. "Da habe ich es als Junggeselle leichter", sagt Uwe Schmidt. Er müsse sich lediglich um seinen Schäferhund sorgen, wobei das im Notfall auch seine Schwester erledigen würde.
In dem Zusammenhang dankt Uwe Schmidt auch seinem Arbeitgeber, den Strausberger Stadtwerken, bei denen er als Zählermonteur angestellt ist, und namentlich Geschäftsführer Andreas Gagel für die Unterstützung.
Und wie entspannt Strausbergs Stadtbrandmeister? "Auf langen Urlaubsreisen quer durch die USA", antwortet Schmidt. Angefangen habe er damit 1995, seither fliege er jedes Jahr für vier, fünf Wochen dorthin und miete sich ein Auto für eine Rundreise.
Dass er jüngst zum Empfang mit 100 Ehrenamtlern aus ganz Brandenburg in die Potsdamer Staatskanzlei eingeladen worden war, hat Uwe Schmidt schon ein wenig stolz gemacht, wie er gerne zugibt. Er sieht darin eine Anerkennung für seine zeitaufwendige, freiwillige Arbeit, die er gerne macht, wie er immer wieder betont. Abheben wird der Stadtbrandmeister deswegen gewiss nicht: "Ich bin ja nur einer von vielen", sagt er.