Noch einmal waren sie zusammengekommen, Vertreter von Mitgliedskommunen, Landkreis auf deutscher und polnischer Seite, von der Deutschen Bahn Regionalnetz Brandenburg und vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg mit Karl-Heinz Boßan, dem Geschäftsführer der IGOB-EWIV, Initiator, Motor und nun "Grabredner".
Noch einmal ließ dieser im Schnellzugtempo sieben Jahre von der Gründung der Interessengemeinschaft Ostbahn im Sommer 2006 bis zur per Dezember beschlossenen Auflösung Revue passieren und dankte allen. Resultat im steten Mühen um durchgehende Züge zwischen Berlin und Gorzow: Technisch, personell, fachlich und von den rechtlichen Bedingungen her ist die DB Regio in der Lage, diese, bis 1992 noch bestehende Verbindung wieder abzusichern.
Dass es zum Fahrplanwechsel 15. Dezember 2013 noch immer nicht soweit sei, liege an der Finanzierung, gestand Boßan. Geld vom Land Brandenburg fehle. Das nächste Ziel sei jetzt im Frühjahr 2014, "dann ist Polen zehn Jahre in der EU". Wichtiger als bisherige Erfolge sah der Geschäftsführer aber Nichterreichtes auf dem Weg und so Anknüpfungspunkte für weiteres Agieren.
Es sei die Kapazitätssteigerung bei der Oderlandbahn (RB 26) nicht geschafft worden, wenngleich die täglichen Ein- und Ausstiege von 6000 auf 10 000 gestiegen seien. Wenn zu den Hauptpendlerzeiten kaum ein Platz im Zug frei sei, komme es nun auf intelligente Lösungen an. Statt tagsüber im Stundentakt, müsste morgens/abends z. B. im Halbstunden-Takt gefahren und in Leerzeiten ausgesetzt werden, schlug er vor. "Zumindest zwischen Müncheberg und Küstrin."
Auch mit der Entwicklung am Bahnhof Golzow zeigte sich Boßan unzufrieden. Ein Konzept sei für fast 20 000 Euro erarbeitet worden, doch Fördergeld gebe es vom Land nur, wenn dort der Stundentakt greife. Und da seien Haltepunkte wie Küstrin/Kietz, Obersdorf und Trebnitz mit einer gewissen Vakanz. Bürgerinitiativen wie "Obersdorf 2025" seien in dem Zusammenhang ermutigend, da sie auf die perspektivische Entwicklung des gesamten Umfelds zielten. Als positiven Ausblick verwies Boßan schließlich auf den gemeinsamen Antrag von Berlin, Brandenburg und IGOB-EWIV zur Aufnahme der Ostbahn-Strecke in den Bundesverkehrswegeplan.
Jacek Jeremicz, Verwaltungsdirektor von Gorzow, hielt sich bei der Bilanz bescheiden zurück, wenngleich von polnischer Seite vieles - so auch die Revitalisierung des Bahnhofs Kostrzyn - geschafft wurde. Er nannte den ertüchtigten Abschnitt Gorzow-Kostrzyn und die nächste in Angriff genommene Strecke bis Kreuz - ein Investitionsvolumen von rund 40 Millionen Euro. Vor allem aber sah er die Entwicklung und Vernetzung der gesamten Region als wichtigstes Resultat. Beispiel: die jüngste Partnerschaft zwischen Fredersdorf-Vogelsdorf und Skwierzyna.
Viel Geduld, Lobbyarbeit, Penetranz gehörten in den Jahren dazu, stellte u. a. die Neuhardenberger Amtsdirektorin Grit Brinkmann fest, als sie zusammenfasste: Die Bürger nehmen die umgestalteten Bahnhöfe an. Nutzung ist das Schönste für eine Kommune, wenn nicht neben den Leuten, sondern für sie etwas getan wird. In die Richtung ging auch die Idee des Seelower Bürgermeisters Jörg Schröder, das Einrichten eines "Kultur-Zugs" zu prüfen, damit am Wochenende Veranstaltungen in Berlin besucht werden könnten.
Das Ende sei zugleich ein Anfang, so die Gorzower Stadtdirektorin. In dem Sinne wird es weitergehen: in der TransOderana.