Auf knapp 15 Quadratmetern drängen sich die elf Leute samt Instrumenten. Jeder sucht sich seinen Platz, spielt sich ein und dann geht es los. Wenn mittwochs "Hit the Road Jack" aus dem Proberaum am Sportplatz Rehfelde tönt, dann übt Famony für den nächsten Auftritt.
Die Familienverhältnisse der musikalischen elf sind nicht leicht zu erklären. Onkel, Tanten, Enkel, Nichten - alle sind dabei, alle sind miteinander verwandt. Das spiegelt sich auch in ihrem Bandnamen wider: Famony vereint die Worte Family und Harmony im Titel. "Wir versuchen schon, dass es harmonisch läuft, alles andere muss ausdiskutiert werden", erklärt Lars Emmerich, der Trompeter, diplomatisch.
Das Familienorchester gibt es seit Juni 2013. "Die Idee kam eigentlich von der Oma, Christa Emmerich", sagt Janina Wall, die hinterm Keyboard sitzt. Einst mimte die Familie ein Orchester in einem Schauspielstück. Klaus Emmerich, der Großvater, spielte André Rieu. "Da dachte sich die Oma, warum nicht in echt?", sagt die 20-jährige Janina.
Zum 65. Geburtstag des Großvaters überraschte ihn die Familie dann mit einem Geburtstagsständchen, in das immer mehr Stimmen und Instrumente einsetzten. "Es war gar nicht so leicht, das vorzubereiten, wir mussten uns immer heimlich treffen", fügt Britt Nowak, die Schwester von Lars, hinzu. Da musste schon mal ein Büro als Proberaum herhalten.
Die Überraschung gelang perfekt und nun stellten sich alle plötzlich die Frage, ob und wie es weitergeht. "Wir wollen den Leuten zeigen, was wir machen. Wir haben Freude an der Musik und am Musizieren", sagt Lars Emmerich. So war dann ziemlich schnell klar, dass sie weitermachen.
"Musik gehört für uns zur Bildung dazu. Wir mussten alle durch die Musikschule", sagt Lars Emmerich, mit der Trompete in der Hand. So gibt es zu Weihnachten oder Ostern schon mal einen Satz neue Noten. "Es gibt immer etwas zu schenken", scherzt Britt Nowak, die Schlagzeugerin.
Famony tritt bei Geburtstagen, Hochzeiten und Stadtfesten auf. "Wir spielen Unterhaltungsmusik, Swing, auch aktuell abgeänderte Schlager", zählt Lars Emmerich auf, "einfach alles, was uns gefällt und dem Publikum." "Mindestens ein Auftritt pro Monat sollte schon sein", findet Janina Wall. Als Nächstes ist das Orchester beim Oktoberfest in Zinndorf am 4. Oktober zu hören.
Stolz sind die elf auf ihr neues Banner, das sie selbst entworfen und gebastelt haben. Neue T-Shirts sind ebenfalls im Druck. Fehlt nur ein größerer Proberaum und etwas Fame, Ruhm.