Laut Uwe Fügener, Fachbereichsleiter Erzeuger/Wärmenetz der Stadtwerke, hat eine Untersuchung ergeben, dass die für einen wirtschaftlichen Betrieb nötigen rund 6500 „Vollbenutzungsstunden“ eines BHKW an dem Standort zu erreichen sind. Zumal für den Komplex mit rund 1850 Wohnungen, Schule, Ärztehaus und Handelseinrichtungen nur ein moderater Bevölkerungsrückgang prognostiziert und man im Gespräch mit potenziellen weiteren Kunden sei. Zudem gibt es für die sogenannte Kraft-Wärme-Kopplung mit einer Leistung von bis zu zwei Megawatt ordentliche Förderung. Hingegen werde ein Weiterbetrieb der Fernwärmetrasse von der Stadt bis Hegermühle nach dem Auslaufen der Förderung für das HKW Nord unwirtschaftlich. Deshalb haben die Stadtwerke das Antragsverfahren gestartet.
Im Heizwerk Mitte sind erste Vorarbeiten erfolgt. Der mittlere von drei bislang installierten Kesseln wird ausgebaut. An seine Stelle kommt ein erdgasbetriebener „Motor“. Als Hauptauftragnehmer für Lieferung und Einbau sei eine erfahrene Firma aus Kulmbach (Bayern) gebunden, berichtet der Ingenieur. Nötige Bauleistungen sollen Betriebe aus der Region erbringen. Die Arbeiten sind ausgeschrieben und es hat schon Besichtigungen gegeben. Unter anderem müssen Fundamente verändert und Vorkehrungen für den Lärmschutz getroffen werden, da der Motor lauter ist als die Kessel. Aufgrund der baulichen Gegebenheiten wird in Mitte nicht wie im HKW Nord die Gebäudehülle verändert, sondern dem BHKW wird quasi eine Haube aufgesetzt.
Perspektivisch sei geplant, die Fernwärmetrasse an der S-Bahn 
bis zum Wohngebiet Annafließ abzubauen. Dies könne allerdings nicht gleich 2011 beginnen. (Mehr dazu in der Printausgabe)