Frau Schmidt, haben Sie nicht ein etwas mulmiges Gefühl?
Es ist ein etwas zwiespältiges Gefühl. Ich habe trotz mancher Sorgen sehr gerne in der Stadtverwaltung gearbeitet. Die Kollegen dort sind mir über die Jahre sehr vertraut geworden, die allermeisten jedenfalls. In den vergangenen Tagen bin ich vor lauter Abschiedsfeiern gar nicht zum Nachdenken gekommen. Aber ich freue mich auf den Ruhestand.
Worauf besonders?
Ich kann ohne Wecker aufstehen, lange frühstücken, mich im Garten nützlich machen, mehr Zeit mit meiner Malerei und mit der Familie genießen.
Zurück zur Arbeit, zum Baubereich, den sie viele Jahre geleitet haben.
Ja, den habe ich ab 1992 aufgebaut. Das war eine höchst interessante Zeit.
Was bleibt an Erfolgen besonders im Gedächtnis?
Da würde ich zuerst die Sanierung der Altstadt nennen. Da waren die Anforderungen wirklich vielfältig. Wir sind zwar noch nicht ganz fertig, aber das Erreichte kann sich durchaus sehen lassen. Und ich freue mich darüber, dass ich an dieser großen Aufgabe mitwirken durfte.
Wo hätte es denn aus Ihrer Sicht etwas besser laufen können?
Bei den Radwegen gibt es schon noch einigen Nachholbedarf. Das liegt daran, dass über mehrere Jahre nur in eingeschränktem Maße dafür Mittel zur Verfügung standen.
Und welche zentralen Aufgaben stehen in Zukunft an?
Die Sanierung bzw. der Neubau von Schulen und Kitas. Es ist schön, dass ich auch im Fachbereich Bürgerdienste an einigen dieser Aufgaben im Planungsbereich mitwirken konnte. Die Bevölkerungszahl wächst allmählich, was sehr erfreulich ist. Wenn wir das vor einigen Jahren so vorausgesehen hätten, dann hätten wir keine Schule schließen müssen. Heute lässt sich feststellen, dass sich Strausberg gut entwickelt.
Bisweilen ist zu hören, da wäre auch schon früher mehr möglich gewesen. Aber die heutige Bürgermeisterin hätte als damalige Kämmerin das Geld ganz bewusst für eine mögliche Zeit als Stadtoberhaupt zusammengehalten.
Solche Gedankenspiele sind mir auch zu Ohren gekommen. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass die finanzielle Situation der Stadt damals wirklich angespannt war. Wir mussten sogar Fördermittel aus Mangel an erforderlichen Eigenmitteln zurückgeben.
2013 war dann in der Stadtverwaltung Rotation angesagt. Sie mussten vom Baubereich zu den Bürgerdiensten wechseln. Ein tiefer Einschnitt.
Was soll ich sagen? Das war ein tiefer fachlicher Einschnitt. Das ganze Drumherum war nicht schön. Letztlich aber habe ich viele neue Erfahrungen gesammelt. In beiden Bereichen habe ich sehr gute Kollegen kennen gelernt.
Ein Wort zur Zusammenarbeit mit dem Landkreis.
Da gab es Zeiten, in der die Zusammenarbeit mal besser und dann wieder schlechter funktionierte. Dassind die Kommunikation und der Umgang miteinander. Kollegen haben mir oft bestätigt, dass ich teamfähig bin, das freut mich natürlich.
Was bedeutet Ihnen die Arbeit als Gemeindevertreterin in Petershagen-Eggersdorf?
Diese ehrenamtliche Arbeit mache ich sehr gerne. Ich bin 2008 erstmals gewählt worden, die jetzige Legislaturperiode geht bis 2019. Es war und ist für mich sehr interessant, auf beiden Seiten Erfahrungen zu machen - auf der beschließenden und auf der ausführenden Seite.
Und dann ist da noch die Hobbymalerin Rita Schmidt.
Die wird es auch weiter geben. Das Interesse war schon in Jugendjahren aufgekeimt. Dann fehlte die Zeit. Seit zehn Jahren beschäftige ich mich jetzt intensiver damit und gebe inzwischen meine Kenntnisse auch in Volkshochschulkursen weiter.