Ein wenig Verzug werden die Bauarbeiter noch aufholen können. Die Fußbodenleger sind nach Angaben von Architekt Thorsten Schubert flott dabei. Sie konnten erst später beginnen, weil der Bauherr - in diesem Falle müsste es eigentlich Baufrau heißen, denn der EMO hat eine Chefin - einen nicht alltäglichen Farbwunsch hatte. Grün sollte der Bodenbelag sein, und der war nicht auf Lager.
Neben den Fußbodenlegern sind im Inneren des Zweigeschossers derzeit Elektroinstallateure am Wirken. Bei der Bauberatung mit Architekt und EMO-Chefin Angela Friesse nervt immer wieder mal der durchdringende Ton der Alarmanlage, die gerade getestet wird. Außerdem wird Datentechnik montiert. Die Leitungen und Dosen in den Büros für jeweils ein oder zwei Mitarbeiter sind bereits installiert. Im Untergeschoss gibt es einen kleinen Beratungsraum, im Obergeschoss einen großen. Das Grün vom Fußboden färbt auch dessen Decke leicht ein. Ansonsten sind die Räume weiß und grau gehalten. Nur die Zugangshalle hat auch eine grüne Wand.
In der Halle, gleich hinter der Eingangstür, sollen Kunden ihren ersten Anprechpartner finden. "Sofern die Leute nicht dienstlich mit den EMO-Beschäftigten zu tun haben, sollen sie nicht mehr in deren Büros gehen", erläutert der Architekt. Noch fehlen indes die meisten Türen. In zwei Räumen sind schon Aktenschränke für ein Zwischenarchiv platziert. Dort landen die Dokumente, bevor sie in eine zentrale Sammelstelle wandern.
In den nächsten Tagen wird der Fahrstuhl geliefert - ein Sondermodell. Weil das Gelände an der Klosterstraße abfällt, ist das Haus zweigeteilt, ein Block etwa einen halben Meter tiefer als der andere. Über die in der Mitte befindliche "zentrale Zugangshalle", wie sie Schubert bezeichnet, werden beide Gebäudeteile erschlossen. Mit dem "Durchlader"-Lift sind alle vier Ebenen barrierefrei erreichbar, denn der Aufzug kann alle 50 Zentimeter halten. Oben verbindet zudem eine Art Brücke die Trakte. Gehandicapte sollen das Gebäude sowohl von der Straße als auch vom Parkplatz auf dem Hof barrierefrei erreichen.
Bis die Außenanlagen fertig sind, wird es noch einige Zeit dauern. Neben dem Parkplatz mit Stellflächen für Mitarbeiter und Kunden soll zwischen Haus und Stadtmauer ein kleiner Park hergerichtet werden. Noch liegt da aber einiges an Gerümpel, ist Wildwuchs auszulichten.
Noch stehen auch die Gerüste. Wegen des langen Winters konnte der Zeitplan bei Dämmung und Putz nicht ganz gehalten werden. Außenfarbe des EMO-Sitzes wird übrigens grau sein - ein hellerer und ein dunklerer Ton. "Wir wollten keine Modefarbe", erklärt Angela Friesse und fügt hinzu: "Wir finden, es passt gut hierher."
Rund 1,8 Millionen  Euro werden in den Neubau investiert. Nebenan lässt der Landkreis das Gebäude des Katasteramts sanieren. In dem Zuge wird vermutlich der Zwischenbau mit der hässlichen Mauer verschwinden.