Mit fast 700 Stimmen Vorsprung gegenüber Amtsinhaber Karsten Knobbe hat Sven Siebert am Sonntag die Bürgermeisterwahl in Hoppegarten für sich entschieden. 3747 Hoppegartener (40,0 Prozent) machten ihr Kreuz bei dem 48-jährigen Einzelkandidaten, während 3059 Einwohner (32,7 Prozent) für eine weitere Amtszeit von Karsten Knobbe (60) votierten. Da es für keinen der beiden Kandidaten zur absoluten Mehrheit reichte, entscheidet nun am 15. September eine Stichwahl. Die beiden weiteren Bewerber ums Amt, Thomas Scherler (CDU) und Kerstin Dittrich (parteilos/unterstützt von SPD) landeten mit 14,7 und 12,6 Prozent der Stimmen abgeschlagen auf den weiteren Plätzen. Die Wahlbeteiligung lag bei 62,8 Prozent.

Wahlkampf geht weiter

"Dass ich diese erste Wahl gewonnen habe, werte ich als Indiz dafür, dass die Bürger einen Wechsel an der Rathausspitze haben wollen", sagte Sven Siebert, der als Kämmerer in Eberswalde arbeitet und sein erstes Wahl-Etappenziel zu Hause in Birkenstein mit Familie, Freunden und seinem Wahlhelfer-Team feierte. "Ich habe Lust, mit den Menschen zu arbeiten, und brenne für diesen Job. Ich denke, dass das im Wahlkampf herübergekommen ist" sagte er. "Dass das Ergebnis so klar ist, hätte ich aber nicht erwartet. Meine Chancen schätze ich als sehr gut ein. Es ist aber keinesfalls ein Ergebnis, mit dem ich mich zurücklehnen kann." Den Wahlkampf in den kommenden 14 Tagen wolle er "mindestens genauso offensiv angehen" wie in den zurückliegenden Wochen. "Entscheidend wird sein, die Leute zu motivieren, zur Stichwahl zu  gehen", sagte er.
Karsten Knobbe zeigte sich am Ende des Wahlabends, den er im Rathaus verfolgt hatte, enttäuscht. "Ich hatte mit einem umgekehrten Ergebnis gerechnet – also damit, dass ich mit Sven Siebert in die Stichwahl gehe, aber ein paar Stimmen Vorsprung habe. Jetzt gilt es, diese Stimmen zu gewinnen und die eigene Wählerschaft zu mobilisieren", sagte Knobbe. Er werde sich umgehend mit Fraktion und Partei zusammenzusetzen, "um gemeinsam zu überlegen, welche Schwerpunkte im Wahlkampf" er nun setzen könne. "Es gibt einige Beispiele dafür, dass man es in der Stichwahl schaffen kann, wenn man in der ersten Wahl nur Zweitplatzierter ist. Aber es wird schwierig werden, das ist klar, weil Herr Siebert doch deutlich mit 700 Stimmen Vorsprung durch die erste Wahl gegangen ist." Sven Siebert attestierte er einen guten Wahlkampf. "Es war ein Angebot für diejenigen, die die etablierten Parteien nicht wollen."
Thomas Scherler zeigte sich deutlich enttäuscht von seinen knapp 15 Prozent. "Ich bin angetreten, um zu gewinnen, nicht um Dritter oder Vierter zu werden." Das Wahlergebnis sei von mehreren Faktoren beeinflusst worden: "Es ist augenscheinlich so, dass Parteilose momentan beliebter sind, als welche, die einer Partei angehören", nannte er einen. "Da geht es manchmal gar nicht um Inhalte." Auch die Landtagswahl und das schlechte Abschneiden der CDU hätten sich ausgewirkt, wie man bei vielen anderen Bürgermeisterwahlen im Land gesehen habe.
Entspannt verließ Kerstin Dittrich mit ihrem Mann Ralf Brinkmann das Rathaus am Wahlabend. "Ich bin Realist und hatte nicht mit einem Sieg gerechnet, sondern so mit 15 Prozent", sagte sie. Die zurückliegenden Wochen seien eine spannende Erfahrung gewesen. "Ich danke meiner Familie und allen Freunden für die Unterstützung. Sollen die, die die meisten Stimmen bekommen haben, ihre Wahlversprechen umsetzen", sagte die Leiterin der Kita Kinderkiste. Sie verliere nichts: "Meine Kollegen freuen sich, dass ich zurückkomme. Jetzt mache ich aber erst mal Urlaub."