"Global denken - lokal handeln", so lautet das Motto, dem sich die Mitglieder des Agenda-Beirates verpflichtet fühlen. Viele Bürger, Kommunalpolitiker und Gewerbetreibende wirken regelmäßig in ihm mit. Seit Anbeginn hat sich das Umweltunternehmen Ökodata um die Lokale Agenda Strausbergs verdient gemacht. Dessen Geschäftsführer Hans-Dieter Nagel stellte die aktuelle Ausgabe, die Lokale Agenda 2030, im Bau- und Umweltausschuss vor.
Strausberg hat bereits 2001 die erste "Lokale Agenda 21" auf den Weg gebracht. 2012 folgte die Lokale Agenda 2020 - Programm für eine nachhaltige (zukunftsfähige) Entwicklung. Seitdem wurde in Nachhaltigkeitsberichten die Entwicklung analysiert, so 2007, 2011 und zuletzt in 2016. Die Akteure konnten viele Fortschritte verbuchen, genauso zeichneten sich aber auch die verbleibenden Aufgaben ab.
"Da sich wichtige gesellschaftliche und natürliche Rahmenbedingungen verändert haben, neue Nachhaltigkeitsprobleme wie der fortschreitende Klimawandel und die demografische Entwicklung Antworten erfordern, wurde im Agendabeirat, das neue Dokument erarbeitet", begründete der Experte die Agenda 2030. Diesmal wurden auch Hinweise des Behindertenbeirats und des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs eingearbeitet. Auch die Stadtverwaltung hat Korrekturen und Aktualisierungen eingebracht.
Wie Hans-Dieter Nagel erläuterte, gibt es Überschneidungen zwischen dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (Insek), dessen Zeithorizont bis 2035 reicht, und der Lokalen Agenda. Dem Inhalt nach sind beide Dokumente untereinander abgestimmt und werden, wegen dieses inhaltlichen Zusammenhangs, auch zeitgleich in die Stadtverordnetenversammlung und vorher in die Ausschüsse eingebracht.
Während das Insek die Kriterien des Infrastrukturministeriums in dessen Eigenschaft als Fördermittelgeber zu erfüllen hat, gibt es keine externen Vorgaben für die Lokale Agenda. Das zentrale Ziel ist die nachhaltige Entwicklung. Sie bestimmt die Zielsetzungen, Maßnahmen und Indikatoren.
Die Lokale Agenda hält am Slogan "Strausberg - die grüne Stadt am See" fest und orientiert in diesem Zusammenhang auch auf ein familienfreundliches Umfeld bei der Stadtentwicklung: Bezahlbare Mieten, eine alten- und behindertengerechte Infrastruktur und geringer Energiebedarf seien anzustreben. "Einer attraktiven Innenstadt als Ort des Handels und der Kommunikation für alle Bürger" gelte die Aufmerksamkeit. Strausberg solle sich auch zur "Stadt der kurzen Wege" entwickeln. Angesichts seiner Bandstruktur müssten wohnortnahe, fußläufig zu erreichende Versorgungseinrichtungen geschaffen werden und zentrale Einrichtungen umweltfreundlich mit Fahrrad oder öffentlichem Nahverkehr erreichbar sein. Und die Lokale Agenda hebt die wachsende Bedeutung der Elektromobilität hervor, fordert Ladestationen.
Das Thema Klimaschutz steht als nachhaltiges Entwicklungsziel weit oben. Erstes Vorhaben ist das Energiesparen, zweites der Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung in den Stadtwerken und die zunehmende Ablösung fossiler Brennstoffe durch erneuerbare Energieträger. Nachhaltigkeit fordert der Agendabeirat auch in der Bildungslandschaft. Angebote für lebenslanges Lernen in verschiedenen Schulformen und bei privaten Bildungsträgern. Vermittelt werden sollten dabei soziale, kulturelle und umweltorientierte Kompetenzen sowie die Sensibilität für nachhaltige Entwicklung.
Die Lokale Agenda 2030 trifft Aussagen zur Wirtschaftsförderung und Barrierefreiheit und fordert alle Bereiche - Wirtschaft, Verwaltung, Bildung, Kultur, Freizeiteinrichtungen und Tourismus - auf, natürliche Lebensräume, Pflanzengesellschaften und wild lebende Tiere auf Dauer zu schützen. "Geschützte Biotope werden in ihrer ausgewogenen Entwicklungsfähigkeit zwischen Mensch und Umwelt erhalten und gefördert", heißt es wörtlich.
In den Ausschüssen brachten sachkundige Einwohner und Stadtverordnete kleine Korrekturen bezüglich von Mitgliederzahlen von Vereinen an. Die Zustimmung zur Lokalen Agenda 2030 war aber einhellig.