Und in der kleinen August-Bebel-Straße, in Höhe der letzten großen Baulücke, wird seit dieser Woche gebaut: Der Bagger reißt ganze Baumstümpfe aus, Mario Manczak von der Rüdersdorfer Landschaftsdesign GmbH verdichtet mit der Rüttelplatte den Boden. Er bereitet eine Aufstellfläche für eine viel schwerere Maschine vor.
Viele Bauherren
Die wird in der nächsten Woche einen sehr tiefen Verbau zur Straßenseite hin und eine Unterfangung des Nachbarhauses Richtung Altstadt installieren, damit beides nicht in die dann auszubaggernde Baugrube rutscht, erläutert Nils Weigt, neben Samuel Signer einer der beiden Geschäftsführer der Allerhand GmbH. Am Mittwoch war der Kampfmittelräumdienst ebenfalls schon in Aktion. Beim Baustart sind auch der iranischstämmige Bauingenieur Meysam Darabinasab aus Strausberg, das Mitglied der Projektgruppe Kira Güttinger und der Architekt Bernhard Hummel auf der Baustelle. Sie alle sind von einer regelrechten Hochstimmung ergriffen, denn die Zeit der langen Debatten, der Beschaffung der Finanzierung – insgesamt investiert die Allerhand GmbH 2,6 Millionen Euro in das Projekt –, der Planung und der Baubeantragung und schließlich -genehmigung ist geschafft: Es geht los.
Für Bernhard Hummel, der das Bauvorhaben gemeinsam mit Architektin Migle Kundrot bearbeitet, ist das kein alltäglicher Auftrag: "Es sind viele Bauherren, weil es ein großes Gemeinschaftsprojekt ist, das ist schon etwas anderes als ein Einfamilien- oder ein Mehrfamilienhaus eines einzelnen Investors." Dabei leisten Meysam Darabinasab und Samuel Signer gemeinsam die Bauherrenaufgaben als Ansprechpartner der Architekten. Bernhard Hummel hat seit 15 Jahren Erfahrung mit solchen Projekten, so plant er auch eins in Hoppegarten.
Ursprung des Vorhabens ist der Wunsch nach alternativen Wohnformen, für dessen Erfüllung sich der Hausverein Allerdings gegründet hat. 20 Mitglieder hat er und ist einer der beiden Gesellschafter der Allerhand GmbH. Der andere ist die Freiburger Mietshäuser Syndikat GmbH, die solche alternativen Projekte bundesweit mitfinanziert.
Alternative Wohnformen
Die Ein- bis Vier-Raum-Wohnungen werden sowohl im viergeschossigen Altbau als auch im Neubau untergebracht. Der setzt die Straßenfront  nach einer zehn Meter breiten Lücke fort und orientiert sich in Kubatur und Größe am Nachbarhaus. Zum Garten entsteht ein zweigeschossiger Seitenflügel.
Nils Weigt rechnet mit rund 25 Erwachsenen und fünf Kindern, die den Komplex dereinst bevölkern werden. Jeweils Gruppen zu zehn Leuten teilen sich dann eine große Küche und ein großes Wohnzimmer. Im Neubau-Erdgeschoss ist eine barrierefreie Projektfläche von 120 Quadratmetern, aufgeteilt in einen großen und einen kleineren Raum, für Vereine und andere gemeinnützige Gruppen vorgesehen: "Wir wollen uns in die Nachbarschaft integrieren und nicht abschotten", sagt er und bittet um Verständnis für den Baulärm.
Info:www.allerhand-projekt.de