Eigentlich will Hartmut Ehrlich gar nicht so gerne über Personalfragen reden, sondern lieber über das, was die SWG in diesem Jahr saniert hat und was künftig geplant ist. "Bis zu meinem Ausscheiden Ende Oktober ist es doch noch eine Weile hin", sagt Ehrlich, der seit 1991 an der Spitze der kommunalen Gesellschaft steht. Das mit Abstand größte Bauprojekt ist die neue Polizeiinspektion MOL, für die Ehrlich noch im Juli auf die Baugenehmigung hofft. Dann solle im August der Baustart für das Acht-Millionen-Euro-Projekt erfolgen.
Ganz wichtig ist Ehrlich der Hinweis auf die zwei bis 2,5 Millionen Euro, die für die Bestandspflege der fast 5000 SWG-Wohnungen ausgegeben werden. Unabhängig von Sanierungsmaßnahmen. Da wurden beispielsweise die 54 Wohnungen in der Friedrich-Ebert-Straße 99 a bis f mit Balkons versehen. Ins Auge fällt auch die Neugestaltung der dortigen Giebelwand. Am Otto-Grotewohl-Ring haben die Aufgänge 26 bis 29 Aufzüge erhalten und im Grund 1 ist das Mehrfamilienhaus komplett saniert worden.
In Zukunft soll der Balkonanbau im Rahmen der allgemeinen Modernisierungsarbeiten ebenso fortgesetzt werden wie die Installation von Aufzügen und der Ersatz von Badewannen durch Duschen. "Das ist den Mietern wichtig, um in ihren Wohnungen zu bleiben", weiß der SWG-Geschäftsführer.
Doch das reicht nicht. Er verweist auf den Leerstand, der in eineinhalb Jahren um zwei auf nun noch drei Prozent gesunken sei und folgert daraus eine "deutlich gestiegene Nachfrage nach modernem Wohnraum". Da wollten sich einerseits Mieter verändern, andererseits suchten Rückkehrer, aber auch Berliner eine neue Bleibe. Darauf reagiert die SWG. Konkret geht es um einen neuen Block mit bis zu 25 Zwei- und Dreiraumwohnungen, der 2017 in der Lindenpromenade gebaut werden soll.Weiteres Potenzial sieht Ehrlich beispielsweise in der Wriezener Straße 3 und 5 sowie in der Artur-Becker-Straße neben der umgebauten ehemaligen Schiller-Realschule. Alles in allem geht er für die kommenden fünf Jahre von ungefähr 150 neuen Wohnungen aus.
Dafür trägt Hartmut Ehrlich dann aber nicht mehr die Verantwortung. Schon zu Jahresbeginn haben die Gremien Stadtwerke-Chef Andreas Gagel zum zweiten SWG-Geschäftsführer bestellt. Für Ehrlich ist das gut und ganz logisch: "Die Stadtwerke sind unser größter Lieferer, wir sind deren größer Kunde." Die häufig viel beschworenen Synergien kämen in diesem Fall sehr gut zum Tragen. Während Gagel sich um den kaufmännischen Bereich kümmern werde, liege der technische Part bei einem zweiten Geschäftsführer, der aus einer ähnlich gelagerten Wohnungsbaugesellschaft in der Region komme und im Zusammenhang mit dem Wechsel im Oktober offiziell ins Amt eingeführt werden wird.
Wer den neuen Mann an der SWG-Spitze schon früher erleben will, der hat beim gemeinsamen Hoffest von SWG und Stadtwerken am 5. September wohl gute Chancen. Ab 15 Uhr werden die beiden Gesellschaften am Stadtwerke-Sitz, Kastanienallee 38, ihr 25-jähriges Bestehen feiern.