Die Verwaltung hat ausgerechnet: Vor zwei Monaten und vier Tagen hat Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) an jener Stelle den Grundstein gelegt, wo am Donnerstag Bauschaffende und Planer, Stadtverordnete und Abgesandte der künftigen Nutzer Richtfest feiern konnten - in der Mensa des Hort-Komplexes.
Sieben kleine Häuser - passend zu der von Ackerbürger-Höfen geprägten, denkmalgeschützten Innenstadt - werden einmal zum Hortkomplex im Klostereck gehören. In 13 Gruppenräumen können bis zu 263 Kinder betreut werden. Großzügig angelegte Außenflächen schaffen Raum für Bewegung und Spiel im Freien.
Drei der fünf neu zu errichtenden Gebäude besitzen an jenem Tag bereits einen Dachstuhl, sind teils schon wetterfest bedeckt. Ein Viertes zeigt hochgemauerte Wände, zwei müssen noch gebaut werden. Scheune und Brunnenhaus bleiben als Baukörper erhalten und sollen noch grundhaft saniert werden. 17 Parkplätze und zwei behindertengerechte Stellplätze entstehen. "Jetzt können wir uns das Ganze schon richtig vorstellen", gesteht Birgit Hübner. Mit den Team der Horterzieherinnen hatte sie auf der Baustelle schon einmal eine Dienstberatung abgehalten. Doch damals sei noch nicht so viel zu sehen gewesen.
"Unser Ziel ist, bis zum 30. Juni nächsten Jahres fertig zu sein und den Komplex zum Schuljahresbeginn 2014/2015 in betrieb zu nehmen", schaut Bürgermeister Arno Jaeschke optimistisch nach vorn. Dann würden nicht nur die bisher an drei Standorten verteilten Hortkinder nahe der Schule einen attraktiven Betreuungsplatz erhalten. Gleichzeitig werde mit der 5,24-Millionen-Euro-Gesamtinvestition ein städtebaulicher Missstand beseitigt.
In den Hort-Komplex fließt auch europäisches Fördergeld. 2,2 Millionen Euro kommen aus dem Leader- und dem ILE-Programm. "Und wir hoffen noch auf rund 1,3 Millionen Euro für die Sanierung der alten Substanz", sagt er und verweist zugleich auf die Notwendigkeit für das groß angelegte sozialpolitische Projekt. Die Stadt wächst, seit dem Vorjahr um 94 Bürger. "Am 2. Dezember hatten wir 8899 Einwohner." Der Bedarf sei also nachweislich vorhanden.
Als der Thüringer Tino Ostermay den Richtspruch verliest, spricht er für die vielen bisher am Bau Beteiligten: Plarewa Ingenieurgesellschaft, Köber-Plan GmbH, Chiara System Ltd., Kanaro Tiefbau, Hochbau Rosendahl, Bedachungs GmbH Schulze, Zimmerleute der Firma Paulokat, Heizungsfirma Both, Elektro Jahn GmbH, Landschaftsarchitektur Betz und Trockenbau Chemnitz GmbH.
Traditionell zerschellt nach den gereimten Wünschen das geleerte Sektglas am Bauwerk. Da reißt der Sturm dem Zimmermann fast den Hut vom Kopf. Mit den Hortkindern Anna und Tom, Bürgermeister und Nachtwächter lässt er sich dann fürs Erinnerungsfoto ablichten - am Boden und mit Hut.