Das Rehfelder Urgestein Herbert Elsholz, 100 Jahre Bahnhof Rehfelde an der Ostbahn, der Sängerkreis Rehfelde zu dessen 25. Jubiläum, "Das Wirken des alten Fritz in der Region" im Friedrich-Jahr oder "Kindheit in Rehfelde" - die Reihe spezieller Ausstellungen zu besonderen Anlässen oder dem jährlichen Museumstag im Ort ließe sich beliebig fortsetzen.
Ob akribisch vorbereitete Präsentationen mit Blick auf Geschichtsereignisse wie der Beginn des 1. Weltkriegs oder Publikationen. Ob wichtige Gespräche mit Zeitzeugen, Forschungsarbeit im Archivraum oder flankierende Behandlung von Themen wie "Bunkeranlagen vor unserer Haustür" in der Veranstaltungsreihe "Rehfelder Gespräche". Die von der IG Rehfelder Heimatfreunde installierte und vorgehaltene Heimatstube ist aus dem kulturpolitischen Leben der Gemeinde nicht mehr wegzudenken.
Mitglieder der Interessengemeinschaft um Martin Tesky haben sie dazu gemacht und schon vor zwei Jahren ein detailliertes Konzept zu ihrer Entwicklung zum Heimatmuseum als Arbeitsgrundlage fixiert. Dieses wurde inzwischen gründlich im Bildungsausschuss diskutiert und ebenso wie vom Hauptausschuss einstimmig befürwortet.
Es enthält ein Leitbild, dessen Prinzipien von der Präsentation der örtlichen Historie und der Ausgestaltung der Örtlichkeit über eine enge Einbindung der Kinder- und Bildungseinrichtungen bis zum Einbeziehen moderner Medien, zielstrebiger archivarischer Arbeit und zu möglichst kostenfreiem Eintritt reichen.
Visionen wie das Beschäftigen eines Museumsfachmanns durch die Gemeinde und Vorhaben wie das Einbeziehen von zwei weiteren Räumen sind dabei nicht ausgespart. Angestrebt wird auch eine elektronische Datenbank aller Exponate und Dokumente.
Inzwischen erfülle die Heimatstube längst die inhaltlichen Anforderungen eines Dorfmuseums, wurde in der Beschlussvorlage für das Konzept Rehfelder Heimatstube/Heimatmuseum bereits anerkennend festgestellt. Die Einrichtung ist zudem Mitglied des Brandenburgischen Museumsverbandes.
Auf den ersten Blick erscheine das Agieren in der Heimatstube wie ein nebenbei betriebenes Hobby, doch es handele sich um aufwendige, zielstrebige Arbeit, beschrieb Gerhard Schwarz (Linke) respektvoll das bisherige Wirken der Heimatfreunde im Ehrenamt und dankte wie der Bürgermeister und die gesamte Vertretung dafür. Sein Hinweis, nicht auf professionelle Hilfe dabei zu verzichten.
Martin Tesky, der als IG-Vorsitzender Rederecht erhalten hatte, konstatierte den nicht immer leichten Stand einer Heimatstube. Behördenleiter schafften es über Jahre nicht zu deren Besuch. Vielleicht hilft dem einen oder anderen dann ein Web-Auftritt auf die Sprünge. "Wir nehmen das Angebot einer kostenfreien Homepage an", sagte er unter dem Beifall der Gemeindevertretung.