Sehr skeptisch reagierten in der Bauausschusssitzung sowohl Klaus Biedka als auch Dieter Becker auf die Baupläne Am Holländer. Sie hatten zum Tagesordnungspunkt Rederecht beantragt und auch bekommen. Und da sprachen sie insbesondere über die aus ihrer Sicht "schwerwiegenden Mängel" bei der Abwägung und darüber, dass sie nicht glauben, dass bei der Umsetzung "keinerlei Verschlechterungen der bestehenden Verhältnisse" zu erwarten seien, wie es im Abwägungsprotokoll zu lesen ist.
Auf der Wartburgstraße steht nach Niederschlägen in der Senke das Regenwasser. Das Gelände hat einen Hang. Werde nun auf der gegenüberliegenden Wiesenseite gebaut und verdichtet, so befürchten die Anlieger, "stehen unsere Keller unter Wasser". Die Hanglage einiger Grundstücke mache es zudem schwierig, Regenwasser auf dem Grundstück zu halten, wie es vorgeschrieben ist.
Anwohner Klaus Biedka, mit dem Prozedere als ehemaliger sachkundiger Bürger eines Fachausschusses vertraut, schlug vor, wegen dieser "Mängel die Vorlage an die Verwaltung zurückzuweisen". Unterstützung fand er bei Klaus Ahrens (CDU) und dem Antrag wurde schließlich stattgegeben. Dagmar Schultz (Die Parteilosen) gab zu bedenken, dass die Planung noch nicht so weit sei, dass man ausschließen könne, dass das Wasser Schaden anrichte. "Das Konzept ist noch nicht schlüssig genug", unterstützte sie Klaus Ahrens.
Mangelhafte Arbeit will sich die Verwaltung nicht vorwerfen lassen. Zuvor hatte die Bauverwaltungschefin im Rathaus, Janina Meyer-Klepsch, aber offensichtlich erfolglos versucht, mit der Argumentation der Planer und den langjährigen Erfahrungen aus der Umsetzung des Regenwasserkonzepts aus den 1990er-Jahren zu überzeugen.
"Wir kennen aus all den Jahren keine Probleme mit neu gebauten Straßen und den dazugehörenden Entwässerungsanlagen und daraus resultierenden Wasserproblemen", sagte sie. Im Wohngebiet Am Holländer sollen die Straßen mit begleitenden Regenwassermulden zur Versickerung gebaut werden.
Dass das funktioniert, bezweifeln die Anwohner. Sie verweisen auf den nicht versickerungsfähigen geologischen Untergrund und plädieren im Ausgleich dafür, dass die alten, einst genau aus diesem Grund angelegten Gräben wieder aufgemacht und in Betrieb genommen werden sollten. Janina Meyer-Klepsch stellte aus fachlicher Sicht in Frage, dass der alte Graben für die Entwässerung des gesamten Areals ausreichen würde. Sie betonte, dass die Planungsaufgabe ja weiterbestünde und auch daran gearbeitet würde.