Eingeladen hatte die Vorsitzende des Schulausschusses, Corinna Fritzsche-Schnick (CDU), auch die Bürgermeister der Nachbarkommunen. Zugegen waren Arno Jaeschke für Altlandsberg, Sven Siebert für Hoppegarten und Landrat Gernot Schmidt. "Wir haben als Mittelzentrum auch eine Vorstellung", leitete Fritzsche-Schnick die Diskussion ein. Man habe mit dem IB in Neuenhagen schon eine Oberschule, die gut gefüllt sei; das Gymnasium sei ebenso wenig wegzudenken. Zwar werde die Förderschule des Landkreises hier neben der Grundschule auf dem Campus entstehen, nur bei der Oberstufe tue sich der Landrat bisweilen schwer.
Neuenhagen wolle anhand seiner Einwohnerentwicklung einen eigenen Schulentwicklungsplan aufstellen, ergänzte Fachbereichsleiter Gunter Kirst. Eine jährliche Prognose von bis zu 250 Schülern, die aus der 6. in die 7. Klasse wechseln, mache den erweiterten Campus erforderlich. In den kommenden Jahren wäre eine vierzügige Oberschule allein mit Neuenhagener Kindern füllbar. Es sei Sache des Landkreises, solche Entwicklungen in den Gemeinden zu berücksichtigen, kritisierte Kirst im Hinblick auf Jaeschkes Vorhaben, in Altlandsberg mit Unterstützung des Landrats eine sechszügige staatliche Oberschule zu etablieren.
Der Vorsitzende des Bauausschusses, Rico Obenauf (Die Parteilosen), bestätigte den "erheblichen Mangel" an Schulplätzen im Oberstufenbereich: Altlandsberg gehöre jedoch nicht zum Mittelkreis, sein Ortskern könne sich eher Neuenhagen zugehörig fühlen. Daher verstehe niemand, warum außerhalb Neuenhagens Kapazitäten geschaffen werden. "Wir haben bis zu zwölf Klassenzüge zu füllen, egal ob Oberschule oder Gymnasium." Letztlich wäre es sinnvoller, mehrere Schulen in kleinerer Stärke bauen zu lassen. Altlandsberg würde vornehmlich für Kinder aus Neuenhagen bauen.
"Wir möchten ein Signal an den Landrat setzen, dass unser aktueller Bedarf in den Schulentwicklungsplan aufgenommen wird", unterstrich Bürgermeister Scharnke Obenaufs  Forderung. Schmidt wiegelte jedoch ab und mahnte, die Vorhaben der Nachbargemeinden Altlandsberg und Fredersdorf nicht zu behindern: Der Landkreis werde diese Standorte weiter unterstützen und damit Perspektiven für die kommenden 15 bis 20 Jahre schaffen.
Arno Jaeschke setzt dazu auf das Wahlrecht der Schulen und erwartet durch den Aufkauf von Grundstücken im kommenden Jahr in Altlandsberg einen erheblichen Zuwachs an Einwohnern. Er geht davon aus, dass die Kinder sowieso nicht alle im Ort bleiben und wandern:  "Innerhalb von fünf Minuten könnte man vom Gruscheweg am neuen Schulstandort in Altlandsberg sein."
Vorentwurf zum Campus
Auf dem Neuenhagener Grundstück Am Gruscheweg 8 ist die Errichtung einer weiterführenden Oberschule bereits vorgesehen. Daran angrenzend sind Sportanlagen sowie eine Drei-Felder-Sporthalle für den Schul-, Vereins-, aber auch Freizeitsport geplant. In der Ausschussrunde wurde die Beschlussvorlage als planungsrechtliche Voraussetzung zur Entwicklung des Campus, inklusive dreizügiger "Grundschule am Gruscheweg" mit Hort sowie zweizügiger Förderschule mit Schwerpunkt "geistige Entwicklung", vorgestellt und einstimmig bestätigt.
Die Architektenbüros "Numrich Albrecht Klumpp" (NAK) und "ST raum a – Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH" präsentierten einen ersten Entwurf als Basis für weitere Schritte zum Neubau der Schulen, Sporthalle und Freianlagen. Demnach soll die dreizügige Grundschule mit Speisesaal als Mehrzweckbereich auf einer Grundfläche von zirka 2500 Quadratmetern errichtet werden. Mehr als die Hälfte des Erdgeschosses steht für die Hortbetreuung zur Verfügung. Die Räume der Schulklassen 1 bis 6 werden im 1. und 2. OG neben Gemeinschaftsbereiche für Schüler und Lehrpersonal angeordnet. In allen Bereichen sind Personenaufzüge angedacht. Für Schüler und Hortkinder steht ein großer, abgeschlossener Schulhof mit diversen Spielangeboten zur Verfügung.