Eine Kartoffel-Forke ist zu sehen. Daneben lehnt die Sense an der Wand, flankiert von Mistgabel, Maisblatt-Besen, Kartoffelsack, Milchkanne. Malerisch zusammengestellt hat der Fotograf alte, für die Landwirtschaft früher typische Gerätschaften für ein Plakat. Betrachter sollen auf ein Stück Rehfelder Vergangenheit aufmerksam werden.
Das Plakat mit dem Aufdruck "15 Jahre Heimatstube" weist den Weg dorthin, zunächst aber in eine kleine Foto-Ausstellung im Tourismus-Pavillon am Bahnhof, die am Mittwoch eröffnet wurde. Sie verhilft zu ersten Eindrücken über die Räumlichkeiten auf dem Gelände der Grundschule Rehfelde und ist nach dem Willen der Macher zugleich als Einladung bzw. Aufforderung zum Besuch derselben gedacht.
Die zehn großen Bildtafeln im Flur zwischen Pavillon und Zahnarztpraxis und weitere im Pavillon selbst vermitteln fotografische Eindrücke von deren "Lebenslauf", wie es Martin Tesky vom Trio der Heimatfreunde-Ausstellungsmacherzur Eröffnung nannte - über die unterschiedlichen Standorte Linden-, Elsholz- und nun Ernst-Thälmann-Straße. Über Museumsräume, Exponate.
Die Kamera schaut zu, wenn Sponsoren für eine Finanzspritze sorgen, um die Ausgestaltung und Anziehungskraft der Räumlichkeiten zu verbessern. Sie erzählt von der einen oder anderen Ausstellung, die die Heimatfreunde stets mit direktem Bezug zum Ort gestalten - sehr erfolgreich im Vorjahr mit Fotos, die die Hortkinder machten. Sie hält Besuchergruppen, Führungen, das Klassentreffen fest und die museumspädagogische Arbeit mit Kindern im "Unterricht wie früher", auf die die Heimatfreunde besonders stolz sind. Sie macht auch Lust, Waschgarnitur, Gewürzbehälter oder die alte Kochmaschine mal im Original anzuschauen.
"Ein Stück Heimat ist die Heimatstube", wie Bürgermeister Reiner Donath zur Eröffnung feststellte und das im besten Wortsinne. Daher sollte ein Besuch für Schüler, andere Vereine und Bürger fast obligatorisch sein.
"Die Ausstellung selbst ist eigentlich ein Nebenprodukt", erklärte Martin Tesky zum Zustandekommen. Da gegenwärtig an der digitalen Erfassung des gesamten Bestandes gearbeitet wird, gehörte die Vervollständigung des Fotoarchivs dazu. Dabei und in enger Zusammenarbeit mit Ilka Bautz vom Tourismuspavillon sei die Idee zur Ausstellung entstanden - umgesetzt von Martin Tesky, Helmut Georgi und Alfred Bukowski.
Ihnen galt zur Eröffnung am Mittwoch ebenso der Dank wie unverzichtbaren Helfern - Ilka Bautz bäckt für jede Vernissage einen Kuchen und das Ehe-Duo "H & M" Mora bestückt das Büfett. Vor allem aber wird auf weitere neugierige Gäste gehofft, die danach auch den Weg zur Heimatstube an der Grundschule finden.