Gerade im Umfeld seiner Heimatstadt Buckow, wo der 1984 in Strausberg Geborene wohnt und sein Atelier in der Wriezener Straße hat, kennen schon viele ihn und sein Wirken. Lück hat das große Fassadenbild an der Rückseite der Waldsieversdorfer Turnhalle geschaffen, beteiligt sich an Aktionen wie der Langen Nacht sowie Gemeinschaftsprojekten. Bisher trat er aber vor allem schwerpunktmäßig mit Natur-Motiven in Erscheinung.
Was er jetzt in Strausberg zeigt, ist wiederum eine Auswahl jüngster Werke, meist sogar aus diesem Jahr, ein paar 2017 entstanden. Auffallend ist dabei eine andere Fokussierung, eine gewisse Neuausrichtung, die künstlerische Auseinandersetzung mit gesellschaftskritischen Themen. Die Szene „Der Wolf im Schafspelz“, einen Hund im lila Strickpullover vor eher in Grautönen gehaltener und zerfließender Kulisse zeigend, gewinnt da neben dem direkt Sichtbaren eine weitere Bedeutungsebene. Und auch „Der Sprung ins Ungewisse“ aus dem Vorjahr, sieben Gestalten am Rande eines Schwimmbeckens mit dem Himmel im Innern zeigend, lässt viel Interpretationsspielraum offen.
Dazu kommen ebenfalls tiefsinnige Werke wie „Glaube ist älter als Religion“ oder „Das Vermächtnis des Abendlandes“ mit düsteren Gestalten in Ku-Klux-Klan-Montur. Schnell ist zu sehen: Es gibt vieles, was Matthias Lück beschäftigt. Und wer ihn kennt, der weiß, wie unglaublich produktiv er ist. 30 bis 40 Bilder im Jahr, im Schnitt mindestens alle zwei Wochen eins. Die Neueren dauern etwas länger als früher, sind komplexer. Gerade auch durch die invertierten Motive. Eine spezielle Technik mit fotografischen Vorlagen und Farbumkehr, was ihm als Idee kam, als selbst bei Ausstellungsbesuchen die Menschen kaum einmal ihr neues Suchtmittel, das Handy, beiseite packen.
16 Jahre ist es her, seit er mit dem Malen anfing, erinnerte Gesa Reschke bei ihrer Begrüßungsrede, eingerahmt von den Geigenklängen, die Maria Thümmel, ebenfalls in Buckow zu Hause, zur Vernissage beisteuerte. (bg)