Zumindest für einen Spieler war gerade diese Partie eine ganz Besondere. "Ich wohne nur knapp drei Minuten mit dem Auto vom Stadion an der Alten Schönefelder Straße entfernt", sagte Steven Wiesner, der seit Saisonbeginn beim FC Strausberg spielt. "Die meisten Spieler der VSG kenne ich." Händeschütteln war für ihn angesagt, denn auch von den Fans wurde er herzlich begrüßt. Spielen durfte er zunächst nicht. "Ich bin meinem Trainer Helmut Fritz überhaupt nicht böse. Ich habe schlecht trainiert und bin auch nicht in Form", sagte er, obwohl er natürlich gern mit aufgelaufen wäre.
Die ersten 20 Minuten gehörten den Gastgebern auf dem Kunstrasenplatz. Strausberg kam zunächst nicht zurecht und hatte Glück. Torhüter Timo Hampf stand im Mittelpunkt und nach schöner Vorarbeit von Dennis Rehausen über links musste er gegen Benjamin Gaudian schon all sein Können aufbieten. "Ich weiß nicht warum, wir kommen zurzeit schwer in die Spiele und finden uns nur langsam zurecht", sagte Strausbergs Trainer Helmut Fritz. Und so war die 1:0-Führung der Gastgeber schon fast eine logische Konsequenz. Rehausen erzielte nach feinem Pass von Marcel Czekalla das 1:0.
Helmut Fritz sagte nach der Partie: "Wir haben unsere Treffer heute genau zu den richtigen Zeitpunkten erzielen können." Stimmt: Der Ausgleich fiel genau in eine starke VSG-Phase hinein. Torschütze war der beste Spieler auf dem Platz, Ringo Kretzschmar. Einwurf Tim Bolte, Kopfballverlängerung Alexander Rahmig und Kretzschmar traf mit sattem Schuss aus etwas 20 Metern. Das 2:1 für den FCS fiel praktisch mit dem Pausenpfiff durch Schiri Dirk Meißner. Die Vorarbeit lieferte Sirko Neumann, der ebenfalls ein großartiges Spiel ablieferte. Er tanzte auf der linken Seite die VSG-Abwehr aus, um dann in die Mitte auf Kretzschmar zu flanken. Dass der FC Strausberg so stark spielen würde, überraschte auch Trainer Helmut Fritz. "Gerade nach der Niederlage zu Hause gegen Fürstenwalde und dem eher mäßigen Spiel im Pokal beim FC Schwedt war ich doch ein wenig skeptisch und wäre auch mit einem Punkt zufrieden gewesen." Aber die zweite Halbzeit gehörte nahezu komplett den Strausbergern. Sie spielten wirklich gut, ließen den Platzherren keinen Raum und gingen in der 57. Minute durch Rahmig mit 3:1 in Führung. Bolte sah den über links startenden Rahmig und spielte ihm genau in den Fuß. Altglienickes Torhüter Thoralf Stein hatte keine Chance.
Und auch das 4:1 gehört in die Rubrik Extra-Klasse. Wieder war Bolte der Ausgang, der mit einem Freistoß den freistehenden Martin Wunderlich bediente. Eigentlich war das Spiel damit entschieden, doch plötzlich kamen Härte und Hektik auf. Schiri Meißner hatte mit seinen teilweise unglücklichen Entscheidungen einen gewissen Anteil daran. Er verteilte insgesamt sieben Gelbe Karten und schickte nach einem üblen Foul an Oliver Mertins und schließender Rangelei Czekalla per Gelb-Roter Karte vom Platz.
Mitten in diese Hektik hinein konnte die VSG durch Patrick Kroll auf 2:4 verkürzen. Zuvor hatten die Berliner sogar noch einen Pfostenschuss durch Rehausen zu verzeichnen. Es blieb beim verdienten FCS-Erfolg.
VSG Altglienicke: Stein - Reinhardt (46. Enders), Truszczynski, Griesert, Brehmer - Özvatan, Czekalla, Rehausen, Jakowitz - Gaudian (62. Kalyoncu), Kroll
FC Strausberg: Hampf - Ilausky, Wenzel, Anton, Mertins - Lichtnow (81. Vsetycek), Bolte (71. Wiesner), Neumann, Wunderlich (78. Yagremongo Koelo) - Rahmig, Kretzschmar