Er zeigt sich zuversichtlich für seinen Berufszweig und spürt ein allmähliches Umdenken in der Bevölkerung. Während noch vor wenigen Jahren weit sorgloser mit den eigenen Bäumen umgegangen worden sei, würden er und seine Kollegen mittlerweile doch häufiger konsultiert. So mancher Gartenbesitzer fürchte allerdings hohe Kosten und verzichte lieber auf den Fachmann. Dabei seien die Ausgaben recht überschaubar, berichtet Mayer. Seine Rechnung für die erste Baumschau bewege sich in der Regel im mittleren zweistelligen Bereich.
"Ich bin ein Baumfreund", sagt Olaf Mayer. Mit anderen Worten, der 47-Jährige sucht - wo immer es möglich ist -, Baumfällungen zu verhindern. Natur, Gärten und immer mehr speziell Bäume haben es Olaf Mayer seit jeher angetan. Wenn er über sie spricht, gerät er regelrecht ins Schwärmen. Eine hundertjährige Buche bringe es auf eine Blattoberfläche von insgesamt 1200 Quadratmeter, sagt er: "So ein Baum ist einfach nicht zu ersetzen." Und er schiebt eine weitere Zahl nach. Demnach kann eine zwölf Meter hohe Buche zehn Menschen täglich mit Sauerstoff versorgen.
"Ich fühle mich draußen an der frischen Luft richtig wohl", wiederholt er gleich mehrfach und sein wettergebräuntes Gesicht strahlt. Wer nun glaubt, Mayer habe sich von Beginn an beruflich in diese Richtung orientiert, der irrt. Er habe einmal Bierbrauer gelernt. Warum das? "Für mich ist das so etwas wie Kunsthandwerk", antwortet Mayer. Er habe "schon immer gern ausgefallene Dinge gemacht", setzt der geborene Heidelberger hinzu, der nach Abschluss der Lehre im Jahre 1987 nicht sehr lange im erlernten Beruf gearbeitet hat. Er schulte um auf Gartenbau und verdiente dort sein Geld. In den Sommermonaten folgte er dem Ruf der geliebten Berge in die Schweiz. Dort war er auf Käse-Almen tätig - aber weniger mit der Käseherstellung als mit der Weideneinteilung befasst. In der Schweiz lernte Olaf Mayer auch seine spätere Frau kennen, eine US-Amerikanerin. Mit ihr ging er nach Montreal, wo sie eine Doktorandenstelle bekam und er mit entsprechender Qualifizierung weiter mit Gartenbau und Gartenpflege befasst war. Nach fünf Jahren ging es 2014 zurück nach Heidelberg.
Vor eineinhalb Jahren zog die dreiköpfige Familie schließlich nach Müncheberg. Dort ist die Frau am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (Zalf) tätig und ihr Ehemann als staatlich geprüfter Baumgutachter sowie als Gartengestalter und Baumpfleger.
Wie er den Wechsel von der altehrwürdigen Universitätsstadt in das beschauliche Müncheberg verkraftet hat? "Sehr gut", entgegnet Mayer und lobt die Landschaft mit dem vielen Grün. Als Naturmensch verbringe er auch einen Gutteil seiner Freizeit im eigenen Garten, gerne übrigens mit der Familie.
Derzeit hat Olaf Mayer ganz gut zu tun. Im Auftrag der Fürstenwalder Stadtverwaltung nimmt er die 16 000 Stadtbäume unter die Lupe, täglich schafft er an die 100 Bäume. Möglicher Pilzbefall, Totholz und andere Mängel dokumentiert er im Baumkataster, notfalls werden Pflegemaßnahmen organisiert. Derartige Sichtkontrollen sind für die Verkehrssicherheit vorgeschrieben.
Potenzielle kommunale und private Auftraggeber können Olaf Mayer unter Telefon. 0176 63101241 erreichen.