Unter großer Anteilnahme der Gielsdorfer ist am Montagmorgen der symbolische Spatenstich für den Radweg zwischen Gielsdorf und Strausberg vollzogen worden. 720  000 Euro steuern Land und Europäische Union bei.
Das letzte Stück kurz vor Strausberg wird von den Landmessern des Strausberger Büros Matthias Kalb gerade noch eingemessen, kurz dahinter packen Mitarbeiter eines Uckermärkischen Landschaftsbaubetriebes die Bäume in schützende Hülle. Hundert Meter weiter füllt ein Bagger der Strabag Erdaushub in die Lademulde von Kippern der Uckermärker Firma Korduan. Die Bäume sind bereits auf Trassenbreite von der Fredersdorfer Firma Kania bis Ende Februar gefällt worden, ein neuer Krötenschutzzaun und ein Bauzaun ziehen sich mehrere hundert Meter weit bis zum Ortseingang Gielsdorf. Es ist also schon jede Menge auf der Trasse des künftigen Radweges von Gielsdorf nach Strausberg vorangegangen. Doch dort, am Start, schwangen  am Montag die Infrastrukturministerin Kathrin Schneider, der Altlandsberger Bürgermeister Arno Jaeschke und seine Strausberger Amtskollegin Elke Stadeler, der Beigeordnete des Landrats Rainer Schinkel und der  ehemalige Dezernent des Landesbetriebs Straßenwesen Harald Günther die Spaten und warfen mehrere Schippen Mutterboden in eine flache Grube.
Günther, inzwischen im Ruhestand, wurde das Verdienst zugeschrieben, über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) Fördermittel für genau diesen 1600 Meter langen, aber sehr kostspieligen Radweg akquiriert und damit das Projekt überhaupt erst möglich gemacht zu haben. Denn der Radweg befinde sich zwar teilweise auf Strausberger Gemarkung, wie Bürgermeisterin Elke Stadeler anmerkte, aber der Baulastträger der Straße und zuständig für den Bau des Radweges sei das Land.
Arno Jaeschke erinnerte an Hindernisse und all die unterschiedlichen Interessen, die es unter einen  Hut zu bekommen galt: Stark gegliedertes Bodenrelief, sumpfiger Untergrund mit entsprechend vielen Lurchen, vermutete eiszeitliche Siedlungen, Bautrasse im Landschaftsschutzgebiet, zwei beteiligte Kommunen, Baulastträger Land, zig Grundstücke, die zu kaufen oder tauschen  waren, Koppelzäune zu versetzen und natürlich die Finanzierung zu klären.  Immerhin gab es die Initiative für diesen Radweg seit 23 Jahren, wie Arno Jaeschke rückblickend feststellte. In den vergangenen vier Jahren sei eine intensive Planung geleistet worden. Für das Eggersdorfer Ingenieur-Bauplanungsbüro war am Montag auch Marvin Henkel dabei. Jaeschke lobte, wie kompromissbereit alle Beteiligten waren. Man einigte sich über Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, die archäologische und ökologische Baubegleitung, die Waldumwandlung und den Artenschutzfachbeitrag.
Angesichts der widerstreitenden Interessen würdigte Infrastrukturministerin Kathrin Schneider ausdrücklich, dass der Landrat moderierte, um die Zielkonflikte zu entschärfen. Für sie machten die im Sekundentakt vorbeirauschenden Autos die Dringlichkeit der Maßnahme deutlich. Sie sei eine von 153, die 2018 auf der Liste des Landes stehen.