Es ist anderthalb Jahre her, da stellte ein Berliner Konsortium seine Pläne für die Rennbahnallee 83, vorzugsweise Seniorenwohnen, vor. Die fanden ebenso wenig Zustimmung, wie der neueste Vorstoß eines neuen Vorhabenträgers.
Frank Koroschetz, Geschäftsführer der Wohnbauinvest aus Neuenhagen, musste sich so einiges anhören, als er jüngst im Bauausschuss sein Pläne für die Rennbahnallee 83 vorstellte. Dabei handelt es sich um ein riesiges Areal – rund 33 400 Quadratmeter – mit einer Villa drauf, die einst ein gestalteter Garten war, nun aber ziemlich zugewuchert ist. Nächster Nachbar ist die Median-Klinik.
Der Vorhabenträger möchte drei unterschiedliche Bebauungsarten umsetzen. Zur Rennbahnallee präferiert er den Mietwohnungsbau in zwei Gebäuden. Je elf Wohnungen sollen in vier Geschossen untergebracht werden. Die Villa, die unter Denkmalschutz steht, soll saniert und ebenfalls mit Mietwohnungen ausgestattet werden. Im mittleren Grundstücksbereich ist der Bau von zwei Eigentumswohnungsanlagen in zwei dreigeschossigen Stadthäusern vorgesehen. Im hinteren und damit ruhigsten Bereich schweben ihm sechs Doppel- oder Einzelhäuser vor. Dort sollen die Grundstücke zwischen 800 und 1200 Quadratmeter groß sein. Die innere Erschließung soll über eine private Straße erfolgen. Stellplätze seien ausschließlich im Park bzw. in einer Tiefgarage, die zu den Eigentumswohnungen gehört, vorgesehen.
„Wir wollen den Baumbestand weitestgehend erhalten. In Vorbereitung des Bebauungsplanes haben wir auch schon eine artenschutzrechtliche Untersuchung in Auftrag gegeben“, sagte Frank Koroschetz. Bauausschussvorsitzende Claudia Katzer (Linke) wollte wissen, warum zur Rennbahn viergeschossige Bauten geplant sind, wo doch dort maximal zweigeschossige Villen samt Dach typisch seien. Koroschetz antwortete, dass es sich eigentlich um Dreigeschosser mit ausgebautem Dach handele. Die benachbarte Villa habe die gleiche Traufhöhe wie das Geplante. Die Wohnungen seien zwischen knapp 60 und 75 Quadratmeter groß. Die großen Wohnungen seien für das Dach vorgesehen. Claudia Katzer weiter: „Bei der letzten Planung war es genau umgekehrt, da waren zur Median-Klinik Fünfgeschosser angeordnet. Das finde ich eigentlich besser und aufgelockerter. Eine solche massive Bebauung gehört nicht an die Straße“, findet sie. Zuvor hatte Koroschetz erwähnt, dass er u. a. der Vorhabenträger für die Bebauung am S-Bahnhof sei, worauf es Anett Schlotte (Linke) entwich: „Und da sind Sie stolz drauf?“
Koroschetz ließ sich nicht beirren und ging auf Claudia Katzers Einwurf ein. Für ihn mache der Entwurf Sinn, da das hochwertigere, ruhigere Wohnen im Park angeboten werde. Anett Schlotte war deutlich anzumerken, dass ihr die Pläne absolut nicht gefallen. Aus ihrer Sicht werde hier die historische Villa von zwei Mietshäusern verdeckt. Wenn es nach ihr ginge, sollte man beide wegfallen lassen. Zudem erwähnte sie, dass es sich zum Teil beim Gelände um Sumpfgebiet handele. Es sei davon auszugehen, dass die geplante Tiefgarage immer nass sein werde. „Für mich ist das, was Sie hier planen, ein schwerwiegender Eingriff in ein Ökosystem“, sagte sie. Da ein Teil der angekündigten Unterlagen fehlte, empfahl sie Koroschetz etwas schnoddrig: „Die Pläne kann er wieder mitnehmen.“
Auch Steffen Molks (SPD) hat Bedenken bezüglich der Tiefgarage. Koroschetz betonte, dass bereits Bodenproben genommen wurden. Zum monierten Eingriff in das Ökosystem erklärte er, er gehe mit seinen Plänen keinen Meter über den Flächennutzungsplan hinaus.
Eine zu kompakte Bebauung und Unterlagen nicht vollständig – keiner im Bauausschuss votierte dafür, dem Aufstellungsbeschluss für diesen Bebauungsplan zuzustimmen.