Die momentan am Bau beteiligten Firmen haben große Banner an der Einfahrt aufgehängt, und auch das Bauschild vom Bauordnungsamt verdeutlicht, dass der letzte Stempel inzwischen unter den Plänen ist. Auf dem gut 7200 Quadratmeter großen Gelände nahe der Garzauer Straße zwischen dem ehemaligen Heizwerk und dem Areal der Busgesellschaft Märkisch-Oderland rollen Bagger, Radlader und bisweilen große Laster, sind Container und Toiletten aufgestellt. Auf hölzernen Konstruktionen etwas außerhalb der künftigen Gebäudegrenzen sind die Punkte für das Schnurgerüst markiert. Ein Wasseranschluss ist gelegt, ein Hydrant für die spätere Löschwasserversorgung eingebaut und eine neue Trafostation zur Stromversorgung montiert.
Momentan wird vor allem Erde bewegt auf dem Grundstück. Die Wege für die Laster sind mit Recyclingmaterial befestigt. Es wird planiert und erste Betonierarbeiten werden vorbereitet. Nur ein kleinerer Teil des Geländes am nördlichen Ende ist bislang unberührt. "Das soll auch so bleiben", erklärt Mario Rothe von der Strausberger Wohnungsbaugesellschaft, der mit dem Arbeitsschutzbeauftragten Dieter Werchan zum wöchentlichen Baurapport gekommen ist. Es handele sich um ein kleines "Habitat", einen speziellen Platz für die Pflanzen- und Tierwelt. Dies sei mit der Naturschutzbehörde so abgesprochen. Schließlich seien auf dem Gelände mehrere Wochen Zauneidechsen abgesammelt und umgesetzt worden. Auch eine spezielle Ameisenart habe man gefunden. Ein etwa einen halben Meter hoher Folienzaun entlang der Straßenbahntrasse, der auch in der Erde versenkt ist, soll verhindern, dass gefährdete Kleintiere auf die Baustelle zurückwandern. Er wurde am Freitag bis vor das Anschlussgleis nach außen gerückt, damit man mehr Baufreiheit gewinnt. Überdies ist eigens eine ökologische Bauüberwachung eingerichtet.
Den Rohbau für den L-förmigen Dreigeschosser mit einer Gesamtfläche von gut 3700 Quadratmetern wird die Märkische Ingenieurbau GmbH aus Wriezen hochziehen. Sie hat beispielsweise in Altlandsberg das Seniorenzentrum am Röthsee gebaut, die Feuer- und Rettungswache Schönefeld und war bzw. ist am Umbau vom Schillertheater und der Sanierung der Staatsoper in Berlin beteiligt. In der nächsten Woche soll der Kran aufgestellt, in der Woche darauf der Grundstein gelegt werden. Nötige Abstimmungen zwischen den involvierten Ministerien des Innern und für Finanzen sowie den verschiedenen Fachebenen hatten den Start etwas verzögert. Fertigstellung und Übergabe des Gebäudes an die Polizei sind für das Frühjahr 2017 vorgesehen.
Im September 2014 hatten der Brandenburgische Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen und die SWG den Vertrag unterzeichnet. Der Neubau wird rund 200 Polizisten moderne Arbeitsplätze bieten. Neu errichtet werden zudem einige massive Garagen sowie Carports. Im Hofbereich sind ferner Stellplätze für Dienstfahrzeuge vorgesehen. Es wird mit Baukosten von knapp neun Millionen Euro gerechnet.