Architekt Detlef Mevius musste sich einiges anhören am Montag im Bauausschuss. Oller Kasten war noch das Netteste, was Gemeindevertreter und Bürger über die Zwei-Felder-Sporthalle zu sagen wussten.
Weder die rund 200 Tribünenplätze noch die extra Aufgänge für die Zuschauer – als „potenztielle Pissecken“ von Kritikern bezeichnet – konnten überzeugen. Auch nicht der Hinweis, dass das Dach so vorbereitet wird, dass später einmal Photovoltaik möglich wäre. Mevius´ Fassaden-Farbspiel, nett umschrieben auch als Wolkenbügel, prallte an den Zuschauern ab. Einzig der Vorschlag, das grüne Scanner-Logo von Neuenhagen zu benutzen, brachten ihm kurze, anerkennende Ohs.
Gemeindevertreterin Dagmar Schultz (Die Parteilosen) monierte, dass auf den Plänen Distanz und Wirkung zur Umgebungsbebauung ausgelassen wurden. Ausschussvorsitzender Sven Kindervater (Linke) glaubte, sich zu erinnern, was bestätigend von anderen benickt wurde, dass einst von einer tiefer gelegten Sporthalle die Rede war. Knapp zehn Meter hoch ragt der eckige Kasten aus der Erde. Und dann kam die Überraschung: Man könne die Halle, die von drei Klassen gleichzeitig für den Sport genutzt werden kann, nicht in die Erde graben, denn genau da, wo sie hin soll, sei eine große Sandinsel. Erstaunen machte sich breit. Erst seit April sei dies bekannt. Arne Knopse aus der Verwaltung erläuterte, dass das Tieferlegen der Halle teuer wird. Schon allein jetzt müsse der Boden ausgetauscht werden und koste dies an die 300 000 Euro. Gehe man noch tiefer, wird`s flott eine halbe Million. Schon der jetzige Entwurf sei  knapp 1,1, Millionen Euro teurer, als die 4,2 Millionen eingeplanten Euro.
Sieben Meter, betonten mehrere Anwohner der Sperlingsgasse, die zahlreich im kleinen Sitzungsraum Platz gesucht hatten, sollte laut Absprache die Halle hoch sein. Nun stehe sie bei 9,66 Metern. Die Aufklärung: „Das muss das Innenmaß sein, das Sie sich gemerkt haben“, reagierte der Architekt. Die Sperlingsgassen-Anwohner befürchten, dass sich Mütter und Väter – „Sie kennen die Neuenhagener Eltern nicht“ – eben nicht an den offiziellen Parkplatz an der Dorfstraße halten, sondern über die gepflasterte Sperlingsgasse fahren, dort am abgepollerten Fußweg zur Sporthalle zwischen den Scheunen halten und ihren Nachwuchs einsammeln. Und das bis spät, denn die Halle ist täglich bis 22 Uhr geöffnet.
Die Anwohner ärgern sich auch, dass eine einst angedachte Begrünung nun gänzlich aus den Plänen verschwunden ist. Klaus Obendorf (CDU) versuchte, wieder Ruhe in die Unruhe zu bringen. Er plädierte dafür, die Halle um einige Meter in den Park zu versetzen und auch tiefer zu legen. Bürgermeister Ansgar Scharnke bestätigte: „Ich finde den Anblick auch nicht ansprechend.“ Doch er bat darum, nicht gleich alles gänzlich abzublocken, sondern der Verwaltung die Chance auf Nachbesserung zu geben, denn die Halle werde, wie jeder wisse, dringend in  Neuenhagen gebraucht. Und er mahnte, auf dem Teppich zu bleiben. Der Bau werde mit jedem Monat teurer und die Gemeinde habe mit zwei Schulen und Turnhallen noch so einiges an Ausgaben vor der Brust.
Dennoch fiel der Entwurf deutlich durch. Es gab nur eine Ja-Stimme. Die Verwaltung hat nun bis zur Gemeindevertretersitzung am 13. September Zeit, nachzubessern. „Wenn die Ideen dann immer noch nicht passen, können wir das Ganze immer noch zurück in die Ausschüsse schicken“, so Kindervater.