"Horcht hin, und ihr hört einen neuen Herzschlag der Zeit", schrieb Tucholsky 1920 im Essay "Dämmerung", ausgehend von der Revolution in Russland und revolutionären Ideen, die auch in Deutschland zirkulierten. Dann wieder ist da sein zum Lied vertontes Gedicht "Sinnend geh ich durch den Garten", das immer wieder beim "bescheidenen Radieschen, außen rot und innen weiß" landet, das ihm zum Vergleich mit der damaligen SPD dient.
Erstaunlich, mitunter erschreckend aktuell mutet vieles an. Zum Beispiel das Thema Bankenkrise: "Der Gewinn, der bleibt privat. Die Verluste kauft der Staat." Und auch das Gedicht über unerfüllte Vorhaben, die Hetze durch das Leben ("wie oft schon wollt ich ..."), könnte heute auf etliche Zeitgenossen passen. Ähnlich mutet es bei seiner Beschreibung der Spitzenbeamten an. Und über den Menschen allgemein merkte er an, dieser sei "ein politisches Geschöpf, das am liebsten zu Klumpen geballt das Leben genießt".
Freuen konnte sich der Verein auch diesmal über die Unterstützung der Sparkassenstiftung, die seit 2010 ein Partner ist. Bei der Sanierung der ehemaligen Garage hatte wiederum die Linken-Bundestagsfraktion geholfen. Auch die Besucher des musikalisch-literarischen Nachmittags hinterließen einige Spenden. Schließlich stehen am Haupthaus noch Malerarbeiten an.