Schon um 9.30 Uhr, als OSZ-Kochausbilder Axel Bongert, Referendarin Sophia Schulz und Lehrerin Julia Neuse mit künftigen Köchen, Sozialassistenten und Schülern der Fachoberschule das Catering aufbauten, kamen die ersten Eltern mit ihren Kindern im Schlepptau zur Schulsport- und Mehrzweckhalle der Strausberger Hegermühlen-Grundschule. Da hatte die Leiterin der Wirtschaftsförderung der Stadt, Stephanie Keitel, das Gros der Vorbereitungen bereits abgeschlossen.
67 Aussteller hatte sie in den Wochen zuvor für den 24. Ausbildungstag der Stadt Strausberg akquiriert. Wie immer war das Oberstufenzentrum Märkisch-Oderland dabei ein verlässlicher Partner. Bürgermeisterin Elke Stadeler würdigte das in ihrer Begrüßungsrede besonders. Auch Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) strich die Bedeutung rechtzeitiger Lehrstellensuche und die breite Informationsfülle am Sonnabend in der neuen Halle heraus.
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"1031 Euro Lehrlingsentgelt im ersten Lehrjahr?", fragte Michael Seemer aus Wriezen André Dahlke ungläubig. "Doch, doch, wir werden jetzt nach dem Chemie-Tarif bezahlt, der inzwischen ebenso attraktiv ist wie der der Metaller", antwortete der Vertreter des PCK Schwedt am Infostand. Da kam der Wriezener Gymnasiast Luca Seemer ganz schön ins Grübeln: Soll er Abitur machen oder doch gleich eine Ausbildung? Vater Michael sagt: "Er hätte mit dem Lehrlingsentgelt gleich die Unterkunftskosten, das klingt richtig gut." Und als Dahlke noch erwähnt, dass man die Ausbildung auch mit einem Bachelor-Studium in Automatisierungstechnik fortsetzen könne, lassen sich Seemers Infomaterial herüberreichen, um sich intensiv damit zu befassen.
Solcherlei Gespräche gab es am Sonnabend hundertfach an den Infoständen. So erkundigte sich Katrin Grenz aus Hoppegarten nach einem Praktikum für ihre Tochter Lea bei Raumausstatter Björn Thomas. Azubi Jennifer Sewerin konnte Lea nebenbei gleich ein bisschen über den Beruf erzählen. "Ich finde die Aktion hier klasse, das ist genau, was wir brauchen, um noch einen Platz für Fabrizio zu finden", sagt Djamila Frank aus Rüdersdorf. Fabrizio ist fertig mit der Schule und sucht eine Ausbildung als Einzelhandelskaufmann. Die Familie geht schließlich an den Stand der IHK: "Ich hoffe, dass wir dann mit einer klaren Perspektive für den Jungen hier rausgehen", sagt die Mutter.
Schulabschluss ist nachholbar
Selbst wer gar keinen Schulabschluss hat, konnte sich am Stand der Volkshochschule über die entgeltfreien Möglichkeiten zur Erlangung eins solchen oder über den Bundesfreiwilligendienst beim Jugendsozialverbund informieren.
Gleich am Eingang warben Pflegedienste und die Altenpflegeschule Sowi um Bewerber. Enrico Barsch, Leiter des Stephanus-Seniorenzentrums in Strausberg, berichtet von einem Dutzend Azubis derzeit: "Sechs Neue haben wir eingestellt. Ich hoffe, dass unsere Azubis nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung unser Übernahmeangebot annehmen, doch der Markt ist umkämpft." Ganz andere Interessen befriedigte Ines Sennewald am Stand des Ausbildungsnetzwerks des Bauernverbandes MOL, wo viele vorsprachen.