Seit Anfang 2018 gibt es den Stadtkonzern Strausberg unter dem Dach der Strausberger Eisenbahn GmbH (STE). Ein halbes Jahr zuvor hatten die Stadtverordneten beschlossen, 90 Prozent der Geschäftsanteile der Stadt an der Strausberger Wohnungsbaugesellschaft (SWG) direkt an die STE zu übertragen. Die gehört vollständig als Eigengesellschaft der Stadt Strausberg. An der SWG hält die Stadt weiterhin zehn Prozent Geschäftsanteile.
Geflecht der Töchter
Ihre "Töchter" hat die Stadt in den Stadtkonzern eingegliedert: Die Strausberger Flugplatz GmbH gehört zu 100 Prozent zur STE, die Sport- und Erholungspark GmbH ebenfalls. Die Strausberger Stadtwerke GmbH gehört allerdings nur zu 61,625 Prozent der Stadt. Den Rest an ihr hält die EWE Vertrieb GmbH. Die SWG hat eine hundertprozentige Tochtergesellschaft, die Hausservice Strausberg GmbH. Daneben betätigt sich die Stadt mit den Eigenbetrieben Kommunalservice Strausberg und Stadtforst Strausberg ebenfalls wirtschaftlich.
Auch nach der Übertragung von 90 Prozent der SWG-Geschäftsanteile an die Strausberger Eisenbahn GmbH hat die Stadt 2018 noch eine Gewinnausschüttung ihrer Wohnungsbaugesellschaft von einer halben Million Euro erhalten, so wie bereits 2017. Denn die fast 5000 SWG-Wohnungen und 65 Gewerbeeinheiten sowie 1810 sonstige Einheiten wie Garagen und Stellplätze wurden effizient bewirtschaftet. Zwar stieg die durchschnittliche Kaltmiete nur um vier Cent pro Quad­ratmeter auf 4,85 Euro, doch steigerten sich die Umsatzerlöse aus den Mieten auf 16,25 Millionen Euro gegenüber 16,137 Millionen 2017. Für Instandhaltung des Wohnungsbestands wendete die SWG  3,35 Millionen Euro auf, das sind 11,61 Euro je Quad­ratmeter Wohnfläche im Schnitt. Der Leerstand der SWG-Wohnungen lag Ende 2018 bei 4,6 Prozent. Relativ hoch war zu diesem Zeitpunkt der Überschuss: 3,664 Millionen Euro erzielte die SWG 2018, das sind 528 000 Euro weniger als 2017, aber mehr als 1,65 Millionen Euro über dem Wirtschaftsplan 2018. Geringere Aufwendungen und höhere sonstige betriebliche Erträge seien der Grund dafür, heißt es im Beteiligungsbericht.
Der zweite dicke Fisch im Beteiligungsportfolio der Stadt sind die Stadtwerke. Mit einem Jahresergebnis vor Gewinnabführung an die Gesellschafter von 1,92 Millionen Euro und erwirtschafteten Umsatzerlösen von 24,2 Millionen Euro aus Stromverkauf und Wärmeversorgung stehen sie wirtschaftlich auf stabilem Fundament. Fast 1,8 Millionen Euro haben die Stadtwerke 2018 investiert. Mit der Liberalisierung des Strommarktes sieht die Geschäftsführung  Chancen in der weiteren Kundengewinnung auch außerhalb des eigenen Netzgebietes. Hohe Instandsetzungskosten der Preflex-Fernwärmeleitungen und der Ausfall defekter PE-Leitungen drückten die Bilanz.
Flugplatz und SEP
Empfänger von Zuwendungen der beiden großen Töchter sind die Muttergesellschaft Strausberger Eisenbahn GmbH, die Strausberger Flugplatz GmbH und die Sport- und Erholungspark GmbH. Mit einem Minus von 93 000 Euro lag der Flugplatz auf gleicher Höhe wie 2017. 100 000 Euro bekam er Zuschuss für Investitionen. Der Sport- und Erholungspark bekam von der Mutter einen Ertragszuschuss von 175 000 Euro. Verursachte er 2017 noch ein Minus von 148 000.Euro als Jahresergebnis, waren es 2018 nur 24 000 Euro Defizit. Im SEP waren 2018 durchschnittlich neun Mitarbeiter beschäftigt.