Mit dem Pflanzen von Esskastanien sind an mehreren Plätzen in der Region Bäume des Jahres 2018 gesetzt worden. Mädchen und Jungen der Schule am Tornowsee waren dazu am Montag eifrig, in der Vorwoche bereits Knirpse an der Kita Rappelkiste Müncheberg.
Das Areal mit Bäumen des Jahres hat sich gut gefüllt. Vor der Kita Rappelkiste in Müncheberg mausert sich das Gelände fast zu einer kleinen Allee. Immerhin ist die Ess-Kastanie, die Forstingenieurin Silvia Plötz mit den Kindern in der Vorwoche gesetzt hat, schon das elfte Exemplar eines solchen Jahresbaums.
Auf der Wiese vor der Kita haben im Laufe der Zeit schon Walnuss, Berg-Ahorn, Vogel-Kirsche, Elsbeere und Europäische Lärche, Wildapfel, Traubeneiche, Feldahorn, Winterlinde und Fichte – quasi wie in einer Galerie, nennt es die Frau aus Eggersdorf/Mü. – Wurzeln  geschlagen.
Dabei werden das Werden und Wachsen verfolgt, Achtsamkeit wie das regelmäßige Gießen in den Anfangsjahren gefördert, auch Geduld gelernt. Auch diesmal „haben die Kinder den Tag vorbereitet“, sagt Silvia Plötz, „über die Ess-Kastanie gesprochen, Luftballons verteilt, den Baum tüchtig angetreten, angegossen ...“
So, wie es am Montag auch Schüler von der Schule am Tornowsee bei Pritzhagen tun. Revierförster Peter Büssow und Kollegen von der Oberförsterei Waldsieversdorf haben zehn etwa fünfjährige Esskastanien von der benachbarten Baumschule Appel mitgebracht und Pflanzlöcher vorbereitet. Unter ihrer fachlichen Anleitung und mit Hilfe der „Großen“ Leon, Norman, Alicia, Florian, Eric und Maximilian aus der Berufsbildungsklasse der Schule in Worin kommen die Setzlinge in die Erde.
Vor 2000 Jahren, als die Römer nach Deutschland zogen, hätte keiner hier Esskastanien angepflanzt, bezieht sich Förster Gerald Michel auf das sich verändernde Klima. Spätfröste aber sollte trotzdem möglichst nicht auftreten, meint er.
Immer zu zweit sind die Kinder voll bei der Sache, Lucas und Tyler, Tim mit Thore, Lukas, Leo und die anderen. Die Älteren aus Worin, die gerade einen ihrer Praktikumstage beim Kooperationspartner Forst verbringen, schleppen mit Erde gefüllte Behältnisse zum Auffüllen heran. „Ich kenn das, das muss man so machen“, verkündet Leo, während er nach dem Festtrampeln einen Kreis um das junge Bäumchen zieht – für den Gießrand.
Am Ende wird die natur-praktische Stunde sogar noch lecker und spannend. Förster und AG-Wald-Leiter Peter Büssow hat eigens Plätzchen aus Mehl mit Maronen-Anteil in Strausberg besorgt und jeder darf mal in die „Schatzkiste“ langen. Und aus einer Tüte zaubert er gedrechselte hölzerne Pilze Stifthalter samt Stift für die Teilnehmer – doch die gibt es erst nach den letzten beiden Unterrichtsstunden.

Esskastanie

Die Esskastanie ist der 30. Jahresbaum und steht in dieser Aktion für 2018. Die Art ist in Mitteldeutschland relativ rar. In Brandenburger Forsten existiert sie laut Oberförsterei in nur wenigen Exemplaren. Revierförster Peter Büssow nennt als Beispiel den Standort Drei Eichen sowie den Buckower Heidepark, wo der Interessierte auf Esskastanien stoßen kann. Steht die Esskastanie gedrängt zwischen Buchen und Traubeneichen, entwickelt sie einen hohen Wuchs mit kleiner Krone. Als Solitär kann sie zu einem beeindruckenden Baum mit ausladender Krone heranwachsen. (rj)