Finanzierung ist geplatzt
"Die Firma hatte krumme Vorstellungen von der Finanzierung", erklärt Bürgermeister Karsten Knobbe. Als Gesamtvergabe, also von Projektierung bis zur Finanzierung, war der Erweiterungsbau ausgeschrieben. "Wir hätten das Gebäude vom Investor zehn Jahre gemietet und danach abgekauft. So hätten wir die Kosten vom Landkreis erstattet bekommen, was bei jeder anderen Finanzierung nicht möglich gewesen wäre",  sagte Knobbe und führte fort: "Der Bauherr hatte wohl mit einem Finanzinstitut gesprochen, aber das Okay für eine andere Variante der Finanzierung bekommen, da er der Bank den Sachverhalt nicht so dargelegt hat, wie wir den als Gemeinde beschlossen haben."
Fassungslos ist Schulleiterin Dagmar Schmidt. Die Nachricht von der geplatzten Schulerweiterung hatte sie nur über drei Ecken erreicht. Bei der Frage, wie es nun weitergeht, zuckt sie mit den Schultern. "Wir machen unseren Unterricht weiter. Jetzt sind die gefordert, deren Aufgabe es ist, für ausreichend Raum in der Schule zu sorgen", sagt sie mit forderndem Unterton. Doch gleichzeitig sieht sie auch die Chance, Fehler bei der bisherigen Planung wieder auszubügeln: "Mit der aktuellen Variante hätten wir insgesamt  nur einen Klassenraum mehr bekommen. Das ist zu wenig, da muss dringend nachgebessert werden."
Fast zeitgleich waren die Platzprobleme beider Hoppegartener Schulen vor etwa fünf Jahren bekannt geworden. Während die Grimm-Grundschule in der nächsten Woche in den Schulneubau in die Hönower Siedlungserweiterung zieht, schaut die Lenné-Schule in die Röhre. Bereits 2017 wurde eine Planung vorgestellt mit einem zukunftsorientierten Schulstandort Dahlwitz-Hoppegarten. Über die Baukosten von etwa 15 Millionen Euro wurde heiß in allen Gremien diskutiert und schließlich das Projekt ad acta gelegt. Zu teuer. Von Containern bis eben zum gerade geplatzten Erweiterungsbau in Modulbauweise reichten danach die Ideen und Planungen, der Raummisere Herr zu werden.
Nun will auch Kay Juschka (CDU) das Ganze noch mal auf den Prüfstand stellen: "Es muss überlegt werden, ob die aktuelle Planung überhaupt noch den Erfordernissen entspricht. Auch, ob der Standort für zukunftsorientierte Planungen geeignet ist." Dazu wollen die Ausschussvorsitzenden in der nächsten Woche die Köpfe zusammenstecken.
Prüfung rechtlicher Schritte
"Die Gemeinde sollte sich mit einer Kanzlei in Verbindung setzen, um zu prüfen, welche rechtlichen Schritte möglich  sind. Sicher können wir die Firma DM Bau GmbH nicht auf Leistung der Ausschreibung verklagen, aber vielleicht auf den Differenzbetrag bei einer neuen Ausschreibung", sagte Bürgermeister Karsten Knobbe zum Umgang mit der Absage, der jetzt ebenfalls heiß diskutiert wird.
Auf alle Fälle wird erwartet, dass sich etliche Eltern am Montag auf der Sitzung der Gemeindevertreter Luft machen werden. Und natürlich schnellstmöglich Lösungen für das Raumproblem der Lenné-Schule erwarten.