9000 Euro Projektzuschuss erhält die Vereinsmusikschule „Hugo Distler“ für die Märkischen Musiktage 2020, die in diesem Monat stattfinden. An das Eröffnungskonzert der Professoren am 11. Oktober schließt sich in der Woche danach der Meisterkurs in den Bereichen Klavier und Violine statt, am 16. Oktober vom Wettbewerb in beiden Fächern und dem abendlichen Abschlusskonzert in der Schlosskirche Altlandsberg um 19 Uhr abgerundet – und mit dem Preisträgerkonzert des Musikwettbewerbes mit dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt (Oder) am 18. Oktober um 16 Uhr im Seelower Kulturhaus.
Seit Jahren erfreut sich die Traditionsveranstaltung großer Beliebtheit, wie Musikschulleiter Alexander Braun im Bildungsausschuss des Kreistags noch einmal begründete, und es gebe vergleichsweise wenig Angebote für hochbegabte Musikschüler wie dieses, unter Leitung internationaler Lehrkräfte ihre kulturelle Sensibilität sowie das konkrete Können weiter zu schärfen. Auch migrantische Gasthörer sind beim Kurs ausdrücklich willkommen.

Zustimmung für Förderung der Märkischen Musiktage

Der Zustimmung dazu war einmütig. In einem anderen Punkt besteht aber weiter Diskussionsbedarf – es geht um das konkrete Verhältnis zueinander und die angestrebte Zusammenarbeit zwischen „Hugo Distler“ und Kreismusikschule (KMS) in verschiedenen Aspekten. Eigentlich hätten die Mitglieder des Bildungsausschusses bereits über den Entwurf der Kooperationsvereinbarung befinden sollen. Das Papier weise aber derzeit noch einige Mängel auf, wie kritisiert wurde. Tatsächlich hatte schon Tobias Seyfarth als Vertreter der Verwaltung und derzeitiger Chef der Kreismusikschule gleich zu Beginn eingeräumt, dass manche Formulierungen vielleicht noch überarbeitet werden müssten. Bevor womöglich der Kreisausschuss in wenigen Tagen eine mangelhafte Vereinbarung komplett an den Anfang der Gremienberatungen zurückschicke, will sich der zuständige Fachausschuss nun noch eine Sitzung mehr Zeit gönnen, um bisherige Unstimmigkeiten auszuräumen.

Ausschusschef dringt auf Evaluierung

Bereits Ausschussvorsitzender Stephan Schwabe (Linke) hatte redaktionelle Ergänzungsvorschläge eingebracht. Ihm liegt bezüglich einer Kooperationsvereinbarung insbesondere am Herzen, die praktische Umsetzung des im Papier Festgeschriebenen nach ein bis anderthalb Jahren (also spätestens in der zweiten Hälfte des Schuljahres 2021/22) einer Evaluierung zu unterziehen: „Das wäre genügend Zeit, um festzustellen, ob es sich in die von uns gewünschte Richtung entwickelt.“
Mindestens noch einige Bauchschmerzen mit dem derzeitigen Vereinbarungsentwurf hat Kristian Meißner – der Lehrer für Blechbläser und Blockflöte sowie Leiter des Sinfonieorchesters Strausberg (SOS) ergriff im Ausschuss als Betriebsrat und Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Kreismusikschule das Wort. Dass diese mit dem jüngsten Kreistagsbeschluss am Ende jahrelanger Auseinandersetzungen nun wieder als Bildungseinrichtung der Kreisverwaltung eingegliedert wurde, begrüße er aus Sicht der Beschäftigten ausdrücklich.

Betriebsrat kritisiert mangelnde Einbeziehung

Enttäuscht sei er aber gerade am Beispiel der geplanten Kooperationsvereinbarung über den Informationsfluss: Der Betriebsrat sei an der Erarbeitung des Papiers nicht formell beteiligt worden, monierte Meißner: „Es ist ein großer Wermutstropfen für mich“, dass er den Entwurf erst so kurzfristig erhalten habe, dass die üblichen Beteiligungsrechte nicht mehr einzuhalten waren. Dass es diesbezüglich nicht ganz so gelaufen sei, wie es die Regelwerke vorschreiben, räumte Seyfarth ein.
Nicht nur Meißner, sondern auch mehrere Ausschussmitglieder störten sich explizit an der Formulierung mehrerer Passagen. Melitta Schubert (B90-Grüne/Pro Zukunft) fand es „sehr befremdlich“, dass die Unterlagen nicht früher verfügbar waren – um so mehr, da sie außerdem Aufsichtsratsmitglied der Kreismusikschule ist. Leichte Kritik kam ebenso von Cordula Dinter (CDU) und Patrick Gumpricht (SPD), der die Verschiebung anregte. Laut Seyfarth geht es bei der Vereinbarung zum Beispiel im die Mitnutzung von Räumlichkeiten wie den durch die KMS nicht voll ausgelasteten Pavillon in Strausberg-Vorstadt. Oder auch die geteilte Begleitung von Schülern zu Wettbewerben durch Betreuer beider Musikschulen, wenn jede allein nur eine Person schicken könne.

Zweimal 25.000 Euro für „Hugo Distler“

Zumindest, was den finanziellen Teil betrifft, gab es bei zwei Enthaltungen fünf Ja-Stimmen als Empfehlung, der Musikschule „Hugo Distler“ 2020 und 2021 jeweils 25.000 Euro aus dem Kreishaushalt zu gewähren. Mit diesem Zuschuss sollen die Honorarsätze weiter in Richtung der an der Kreismusikschule geltenden Beträge angepasst werden. Mit den insgesamt 50.000 Euro, hatte Alexander Braun auf Nachfrage erklärt, komme man von derzeit 20 auf 22,50 bis 22,70 Euro Stundensatz – das Honorar der KMS liege hingegen im Spektrum 22,50 bis 24,50 Euro.