Im jüngsten Zeitweiligen Ausschuss „Neuer Schulcampus Altlandsberg“ haben die Planer den Gremiumsmitgliedern nun für eine neue anvisierte Oberschule mit Sporthalle zwischen Fredersdorfer Chaussee und Bollensdorfer Weg ihre ersten Entwürfe vorgestellt und drei mögliche Varianten präsentiert. Den Stadtverordneten seien zuvor eine Reihe von Vorschlägen mit möglichen Anforderungen an einen Neubau mit Turnhalle gemacht worden, leitete die Ausschussvorsitzende Esther Drusche (SPD) die Runde ein. Nun sei es Aufgabe, zu prüfen, ob in der Planung darauf Rücksicht genommen wurde. In einem vorbereitenden Workshop Monate zuvor wurde mit Vertretern aus Lehrer- und Schülerschaft der Stadtschule über einen Ganztagsschulbetrieb, Barrierefreiheit, unterschiedliche Zuwegungen für Schüler aus der Region, die Einbindung einer Bibliothek, Arbeitsmöglichkeiten für die Schulsozialarbeit, die Abwägung einer Voll- oder Ausgabeküche, die Sporthallennutzung durch Vereine sowie energiesparende Ausstattungen diskutiert.

Qualitätsarbeit nach Maß

Mit der Planungsgesellschaft NAK Architekten hatte es dann in den vergangenen Wochen verschiedene Zusammenkünfte in der Stadtverwaltung gegeben, an denen auch Uwe Zettelmann von der Stadtschule Altlandsberg teilnahm, die am Standort Klosterstraße einen neuen Grundschulteil bekommen soll. Der Zeitweilige Schulausschuss hat sich begleitend zur Aufgabe gemacht, den vorgegebenen Rahmen aus der Stadtverordnetenversammlung mit allen Planungen des Architektenbüros abzugleichen.
„Es soll eine sehr qualitätsvolle Arbeit werden“, kündigte Tiemo Klumpp zusammen mit seiner Kollegin Kristina Egbers vom Berliner Architektenbüro Numrich Albrecht Klumpp an. Erst vor Kurzem hätten sie eine Sporthalle in Strausberg gebaut, in Teltow laufe gerade das Projekt einer großen Gesamtschule. Im Endeffekt sei so eine Schule wie ein gefertigter Maßanzug, leitet Klumpp dementsprechend seine Präsentation ein. „Wir haben das Ziel, Sie für eine Variante zu begeistern, so dass wir in eine Richtung weiterarbeiten können.“

Abweichungen zugunsten der Schüler

Sie hätten sich an der Raumprogrammempfehlung des Landes orientiert, sagt Klumpp. So ist nun jeder Klassenraum um fünf Quadratmeter größer dargestellt, um eine mögliche Mischung mit einer gewünschten zweizügigen gymnasialen Oberstufe herstellen zu können. Dafür wurden Flächen der Aula reduziert. Für große Veranstaltungen könne auch die Drei-Felder-Sporthalle genutzt werden, empfiehlt der Architekt. Diese ist derzeit mit 300 Zuschauerplätzen geplant und sei erweiterbar auf 800. Jetzt wäre die Halle fast identisch von der Größenordnung her mit der Erlengrundhalle und könnte für weitere sportliche Wettkämpfe in der Region zur Verfügung stehen. Zukunftsorientiert wurde auch für alle vorgestellten Schulmodelle eine integrierbare Sekundarstufe II mitgedacht. Im Unterschied zu üblichen Flurschulen hätten sie für die geplante Sechszügigkeit der Klassen auf Cluster gesetzt und in allen drei Varianten offene Bereiche und Transparenz angelegt – die Gymnasialstufe könne später problemlos angebaut werden, wenn Altlandsberg die Zusage habe, betont Klumpp.

Favorit im Clusterbau

Auf die größte positive Resonanz stieß Modell Nummer drei: ein klassischer Schulbaukörper mit drei versetzten Ringen, inklusive Aufstockungsmöglichkeiten für die Sekundarstufe II – dazu an separater Stelle eine Drei-Felder-Halle, mit Zuschauerplätzen und Umkleiden. Obwohl der Ausschuss immer eine Flurlösung im Auge hatte, wird er der Stadtverordnetenversammlung jetzt diese Variante empfehlen. Jeweils von der Mitte aus befinden sich vom Erdgeschoss der Schule bis zur dritten Etage clusterartig in zwei versetzt geplanten Gebäudeteilen getrennt voneinander die Fach- und Unterrichtsräume. Hell und übersichtlich wollten die Architekten die zwei jeweiligen Innenhöfe gestalten. Darum orientierte Flurflächen sollen möbliert zum Verweilen einladen. Aula und Mensa sind vom dritten Gebäudeteil aus mit einer zentralen Treppenzuführung erreichbar als verbundene Gemeinschafts- und Ganztagsflächen vorgesehen. Eine vorgeschlagene Mehrfachnutzung für Sprech- und Musikvorführungen nehmen die Architekten in weitere Planungen mit. Hingegen ist die beschlossene Ausgabeküche mit Essen, das aufgewärmt wird, bereits berücksichtigt.

Abwägen von Kosten

Sie finde dieses Modell sehr ansprechend, jedoch seien ein paar Punkte wie die Verkleinerung der Aula oder die erweiterbare Sporthalle ein Stück weit von dem entfernt, was sie sich vorgestellt hatten, warf Drusche ein. Anstelle einer öffentlichen Bibliothek hat das Architektenbüro nur eine 140 Quadratmeter große interne Schulbibliothek vorgesehen. Auch Uwe Zettelmann hielt Variante drei für die Geeignetste, kritisierte aber mit Unterstützung anderer Gremiumsmitglieder die vorgesehene Be- und Entlüftung von Räumlichkeiten. Sie könnten jedoch von der gläsernen Fassade um die freien Innenhöfe herum abweichen, um die Wärme im Sommer draußen zu halten, bot Klumpp an. „Im Oktober können wir mehr Angebote machen und sagen, was es kostet.“
Nachdem der erste Bauantrag schon gestellt worden ist und am 15. Dezember ein Zweiter für das Gebäude eingereicht werden soll, wäre hier ein sehr sportlicher Terminplan zu Ende des Jahres einzuhalten, räumte Bürgermeister Arno Jaeschke ein. „Aber wir sind sehr zuversichtlich, den Termin zu halten. Wir wollen ja zum Schuljahresbeginn 2023 fertig sein.“ In einer weiteren Planerrunde möchte Jaeschke zusammen mit dem Behindertenbeauftragten Heinz Völker auch Einzelheiten zur Barrierefreiheit abstimmen.