Bürgermeisterin Elke Stadeler machte bei der Begrüßung aus ihrer Verwunderung keinen Hehl. „Ist wirklich kein Stadtverordneter hier?“, fragte sie in die Runde und schob die Antwort gleich hinterher: „Ich sehe keinen!“ Gekommen waren dafür Vertreter des Kreises, der Stadtverwaltung, des Agenda-Beirats, von Vereinen, Verbänden, der Stadtwerke, der EWE AG und anderer Einrichtungen sowie ein paar interessierte Bürger.
Das Klimaschutzkonzept, für das 60 000 Euro bereitgestellt worden sind, dient der Stadtverwaltung als Handlungsanleitung, wenn bis 2020 umweltpolitische Entscheidungen anstehen. Joachim Stöhr sprach verschiedene Punkte an, darunter ein qualifiziertes kontinuierliches Energiemanagement und Angebote für Gewerbe und Bürger, wenn es um umweltfreundliche Energieversorgung geht.
Zur Ausgangslage gehört, dass in der Energiebilanz der Stadt nachwachsende Träger noch „keine wesentliche Rolle“ spielen. Das könnte sich künftig ändern. Denn in dem Papier werden verschiedene Varianten durchgerechnet. Dabei wird auch der Einsatz von Biomasse untersucht. Nach der vom Ingenieurbüro bevorzugten Variante D werden langfristige Verträge über die jährliche Bereitstellung von rund 5000 Tonnen Holzhackschnitzel angestrebt. Dabei wird die mögliche Ansiedlung eines Investors am Standort des Heizwerks in Strausberg-Vorstadt als hilfreich angeführt. Es gibt auch Überlegungen, den Stadtwald für Holzhackschnitzel zu nutzen.
Claus Wunderlich von der Stadtverwaltung zeigte sich da offen. Derzeit werde das Holz gewinnbringend verkauft. Wenn das nicht mehr geschehen solle, müsse darüber entsprechend neu entschieden werden, sagte er.
Verzichtet werden soll auf den Einsatz von Biogasanlagen. Nicht berücksichtigt worden ist bei den ganzen Untersuchungen das Stromnetz.
Wenn alle angeführten Klimaschutzmaßnahmen realisiert werden, würde der Investitionsaufwand laut Konzept zwischen 57 und 86 Millionen Euro liegen.Sparpotenzial sehen die Experten überall, angefangen von der Sanierung städtischer Gebäude bis zur Umstellung der Straßenbeleuchtung mit speziellen Nutzungszeiten und Dimmungen, wie es bereits in der Prötzeler Chaussee teilweise realisiert werde.
Die Strausberger Energiemesse, ein Klimaschutzbeauftragter, Plakatwettbewerbe, Ausstellungen und eine verstärkte Präsenz auf der Internetseite der Stadt sollen das Thema in der Öffentlichkeit wachhalten. Die Stadtverwaltung wird einen konkreten Maßnahmeplan erstellen, der dann in den Ausschüssen vorgestellt wird.
Der Text des Klimaschutzkonzepts ist im Internet unter www.stadt-strausberg.de, dann „mehr Aktuelles“ anklicken, zu finden.