Elisabeth bekommt leuchtende Augen, wenn sie vom dreiwöchigen Kuraufenthalt mit Bruder Johannes und Mutter Daniela Friedel vor sechs Jahren erzählt. Das Zimmer mit Blick auf den Buckowsee, das Freiluft-Schachbrett und der Brunnen auf dem Markt, der Blumen- und der Bioladen.
"Mama wollte hierher", sagt sie, als es darum ging, dass die inzwischen sechsfache Mutter für drei Wochen wieder einmal Ruhe und frische Kraft tanken sollte. Und sie selbst sei auch ganz aufgeregt gewesen, das alles wiederzusehen, erzählt die junge Mecklenburgerin. Mit Kinderwagen und ihrer jüngsten Schwester Nina darin habe sie sich dann auch gleich auf den Weg in die Stadt gemacht, als Mama Therapie hatte.
Klinikleiterin Katja Wolle freut es. Nicht nur, weil sie mit Mutter und Tochter zwei Familienmitglieder vom Titelbild der Imagebroschüre der Rehaklinik hier begrüßen kann. Vielmehr ist es ein Gradmesser für die Arbeit des Hauses, mit was für Augen Kurgäste bei einem erneuten Besuch Aufenthalt, Betreuung und Angebote im "Waldfrieden" betrachten. "Wenn sie erholt, zufrieden, gesünder, mit einem Koffer voller Tipps und Anregungen zur Bewältigung des Alltags in ihre Heimatorte in ganz Deutschland zurückkehren", sagt sie, "dann gibt es doch keine besseren Botschafter." So hört sie genau hin, was der heute 14-jährigen Gymnasiastin im Vergleich zu ihrer früheren Kur aufgefallen ist, fragt gezielt nach Eindrücken, macht auf Veränderungen und Neues aufmerksam. Elisabeth erinnert sich gern daran, wie sie gegen Abend mit Mutti Schulaufgaben erledigt hat. Die heute bestehende Kooperation mit der Grundschule gab es in der Form noch nicht. Auch eine Hausaufgaben-Betreuung sei möglich, wirft die Klinikchefin ein. "Das wollen wir noch professioneller gestalten und suchen z. B. pensionierte Lehrer, die uns gegen Bezahlung dabei unterstützen."
Das Spielzimmer hat Elisabeth in ganz anderer Erinnerung. "Das ist ja auch völlig umgestaltet", erklärt Katja Wolle, wozu man sich Annette Diestel ins Boot geholt hat. Ausgangspunkt war eine Analyse der Klinikchefin über schlecht belegte Zimmer im Haus. Jene hat sich die Innenarchitektin vorgenommen, Farbe hineingebracht, Möbel umgestellt, den Raum ausgestaltet.
"Jetzt sind das fast die beliebtesten Zimmer", ist Katja Wolle froh über den Erfolg und längst widmet sich Annette Diestel neuen Aufgaben. Sie hat aus dem ungenutzten dunklen Raum vor dem Fahrstuhl eine blaue Lounge zum Chillen gemacht, wo ältere Kinder auch mal Videos sehen können. Das Atelier unterm Dach wandert ins Kreativhaus und macht einer kleinen Haus-Bibliothek Platz. "Wer dafür Kinderbücher übrig hat, kann sie gern bei uns abgeben", sagt Katja Wolle.
Kooperationspartner und die "Kleinigkeiten" seien es, die neben medizinischen Aspekten den Wohlfühlfaktor erzeugen, führt die Klinikleiterin immer wieder ins Feld. Der Reitkurs in den Ferien, die künstlerisch gestalteten Tischkarten, die tägliche Gute-Nacht-Geschichte, wechselnde Ausstellungen in den Fluren gehören zu einem Fundament, das ein volles Haus und monatliche Übernachtungszahlen von mehr als 4000 sichern.
Die fröhlichen Künstlerpostkarten mit Buckow-Bezug von Daphne Großmann gehören dazu. Die haben auch Elisabeth gleich gefallen und werden nun verschickt.