Dagmar Schultz von der Wählergruppe Die Parteilosen ist eine Baufachfrau. Und hat sich eingehend mit der Rahmenplanung und dem Vorentwurf des Bebauungsplanes für den Gruscheweg beschäftigt. Es sind ihr Dinge aufgefallen, die aus ihrer Sicht nicht ausreichend genug vorab geregelt wurden. Deshalb nutzte sie die Gemeindevertretersitzung, um darauf aufmerksam zu machen. Zunächst gab es Lob von ihr. Dafür, dass die Verwaltung Hinweise, wie etwa den Graben, der sich durchs Gebiet zieht, in die Planungen mit einzubeziehen, umgesetzt hat.
Aber: "Die Verkehrseinschätzung reicht nicht aus. Denn es ist nur die Nordanbindung zur Schmäckestraße beschaut worden, aber nicht die zur Fichtestraße", kritisierte Dagmar Schultz. Es solle eine Verkehrsplanung noch in Auftrag gegeben werden, forderte sie. Janina Meyer-Klepsch, Chefin der Bauverwaltung, blieb gelassen und änderte den entsprechenden Punkt in der Abwägungstabelle. Dagmar Schultz ging auf den Gefahrenabwehrplan der Gemeinde ein. Sie schlug vor, dass in der Abwägungstabelle deutlich vermerkt wird, dass die Entlastungsstraße bei der weiteren Planung berücksichtigt wird. Für Feuerwehr und Rettungswagen sei diese 1,6 Kilometer lange Straße ohne Alternative, sagte die Gemeindevertreterin. Janina Meyer-Klepsch übernahm diesen Hinweis in die Abwägungstabelle.
Interessant waren Dagmar Schultz Ausführungen zur Versorgung des neuen Gebietes. 1200 Menschen sollen hier künftig leben. Angedacht ist auch ein Seniorenwohnen. Der Einzugskreis für den Einkauf liegt bei rund 600 Metern. "Das Seniorenwohnen liegt zu weit weg von einer angedachten Bebauung mit einem Nahversorger", kritisierte Dagmar Schultz.
Auch die für dieses Wohnen vorgesehene Fläche von 5000 Quadratmetern sei zu klein. Als Vergleich führte sie das Seniorenwohnheim an der Andernacher Straße an, das rund 8000 Quad-ratmeter nutze. Dies sei schon zu klein. Großzügiger und mindestens 10 000 Quadratmeter Fläche sollte man ansetzen. Überprüft werden muss auch, ob es sinnvoll ist, vor den Reihenhäusern abwechselnd Mulden und Bäume zu planen. Da werde es Konflikte mit parkenden Autos geben, ist sich Dagmar Schultz sicher.
Letzter wichtiger Punkt war die Versiegelung. So sei zwar ganz nett, was die Planer da am Computer entworfen hätten. Aber, es funktioniere nicht. Die Grundstücke seien zu klein. Bei einem Mehrfamilienhaus mit acht Wohneinheiten samt Müllplatz und Stellflächen seien 60 Prozent versiegelt. Die Grundstücke müssen größer und weniger werden, sagte sie. Janina Meyer-Klepsch reagierte mit dem Hinweis, dass es sich um einen Vorentwurf handele. All diese Hinweise könnten noch eingearbeitet werden. Es ergäben sich aus diesem Vorentwurf auch noch keine einklagbaren Rechte für den Investor, entkräftete sie eventuelle Bedenken.
Es wurden auch Stimmen laut, dass dieses Wohngebiet eh falsch geplant sei. Nicht nur zu nahe an der Autobahn, sondern auch aus naturschutzrechtlichen Gründen - Georg Stockburger und Hartmut Kretschmer (B 90/Grüne). Es gab aber auch Lob. Solch einen qualitativ hochwertigen Vorentwurf habe es in der Gemeinde noch nie gegeben, sagte Klaus Obendorf (CDU).