Eine Toilette für 40 Mann
Es ist ein Wunder, dass es im alten Gerätehaus noch nicht zu Unfällen gekommen ist. Nur etwa 60 Zentimeter neben den Einsatz-Lkws stehen die Umkleidespinde der Kameraden. Ein falscher Schritt beim Umziehen, ein kurzes Anfahren des Einsatzwagens ... weiter will man gar nicht denken. Auf der anderen Seite der Fahrzeughalle die gleiche Situation, nur bläst da noch der Auspuff beim Losfahren ordentlich Abgase in Richtung Spinde. "Auch die Sanitärräume reichen nicht aus, wir haben keine Frauentoiletten, nur ein kleines WC im hinteren Bereich, das aber nur durch mein Büro zu erreichen ist, wenn ich anwesend bin. Im Schulungsraum finden nicht alle der etwa 40 Kameraden Platz", sagt Ortswehrführer Andreas Paluthe und richtet gleichzeitig einen Dank an alle die, die dafür gesorgt haben, dass jetzt eine Alternative auf dem Tisch liegt.
"Es ist ein funktioneller Bau, der in erster Linie die Arbeit der Feuerwehr so einfach wie möglich machen soll. Seit über 35 Jahren bauen wir Funktionsgebäude ausschließlich für Feuerwehren. Was in Fredersdorf-Nord geplant ist, hat sich vielfach schon bewährt und ist dazu auf die spezielle Situation dort zugeschnitten", sagte Planer Bernd Wagener, Geschäftsführer von Bautec Bauplanung aus Burbach-Holzhausen in Nordrhein-Westfalen.
In Fredersdorf-Nord soll neben dem alten Gerätehaus ein eingeschossiger Neubau entstehen. Die Fahrzeughalle ist zur Bruchmühler Straße gerichtet und der Sozialtrakt schließt sich dahinter an. Die Nachfrage aus dem Ausschuss, ob man nicht zweigeschossig planen könne und so Platz auf dem Grundstück sparen kann, wurde mit funktionellen Vorteilen bei nur einer Ebene beantwortet.
Um dem Begegnungsverkehr der ausrückenden Kräfte mit den ankommenden Kameraden zu vermeiden, ist mittig zwischen altem und neuem Gebäude eine Stichstraße auf das hintere Grundstück geplant. Ob man die Zufahrt seitlich am neuen Gebäude vorbei verlegen kann, um so ein durchgehendes Grundstück zu erhalten, lautete eine weitere Frage aus dem Ausschuss. Man wolle Anwohner nicht mit dem möglichen ankommenden Verkehr bei einer Alarmierung, die tags und nachts vorkommen kann, belästigen, lautete die Antwort von Bauamtsleiterin Janina Meyer-Klepsch dazu.
Um kurze Wege zu gewährleisten, befindet sich der Eingang im hinteren Gebäudeteil direkt am Parkplatz. Mittig im Gebäude liegt der Flur. Davon gehen die Umkleiden für Frauen und Männer ab. Beide Bereiche verfügen über sanitäre Einrichtungen sowie einer  Schwarz/Weiß-Schleuse, in der verschmutzte Einsatzkleidung abgelegt wird. Von den Umkleiden gelangt man über den Alarmgang direkt in die Fahrzeughalle.
Im Vergleich zur Vorplanung konnten etwa 75 Quadratmeter Grundfläche  eingespart werden. So ist die Einliegerwohnung entfallen und es sind die Flächen für Schulungen, Jugendfeuerwehr und Bereitschaft als ein gemeinsamer Multifunktionsraum mit Trennwänden gestaltet worden. Der Bereitschaftsraum, über eine Faltwand  mit der Küche verbunden, wird 30 Quadratmeter groß und der Jugendfeuerwehr steht ein Raum von 50 Quadratmetern zur Verfügung. Für Ausbildungen können beide Räume verbunden werden. Weiterhin befinden sich im Gebäude zwei Büros für die Wehrleitung und die Einsatznachbereitung sowie ein Sportraum.
Für den Sozialtrakt ist ein begrüntes Flachdach vorgesehen. Die Fahrzeughalle schließt direkt an und bietet vier Stellplätze.  Die Anordnung des Baukörpers auf dem Grundstück ist so gewählt, dass die Halle um zwei Stellplätze und auch das Sozialgebäude erweitert werden kann.
Die Kosten für das Gebäude belaufen sich auf fast 1,8 Millionen Euro. Als Baunebenkosten, die Außenanlagen sowie die Ausstattung werden nochmals etwa 1,3 Millionen Euro fällig. Bei der jährlichen kalkulierten Kostensteigerung von sechs bis acht Prozent würde der Neubau im Jahr 2022 3,6 Millionen Euro kosten. Dabei hofft die Gemeinde auf Fördermittel.
Für die Fläche mit dem alten Feuerwehrgebäude wird die Nachnutzung als Bauhof geprüft.