"Mobilität auf der Straße und im Netz" haben sich die Akteure von der BürgerGemeinschaft Rehfelde (BGR) gegenwärtig auf die Fahnen geschrieben - vor allem der zweite Bereich lässt Rehfelder und Bürger in den Ortsteilen häufig fluchen.
Doch zunächst begrüßte BGR-Vorsitzende Undine Herlinger wie vor knapp einem Jahr den Reichenower Thomas Winkelkotte, Initiator und Koordinator von "MObiL in MOL", dem Mitfahr-Mobilitätsprojekt, zur Information über den Sachstand.
Obgleich die Förderperiode durch die Robert-Bosch-Stiftung Ende 2014 ausgelaufen ist, sei MObiL noch bis Ende August dieses Jahres unkompliziert verlängert bzw. genehmigt worden, berichtete Winkelkotte den gut 40 Anwesenden in der Gaststätte "Zur alten Linde". Das sei umso wichtiger, als die "kritische Masse" von 2000 Mitgliedern noch längst nicht erreicht sei.
Mehr als 500 Leute hätten sich bislang bereit erklärt, einen farbigen Aufkleber ans eigene Auto zu heften und ihre Bereitschaft zum Mitnehmen zu signalisieren oder sich auf Zeigen des ebenfalls farbigen Mitgliedsausweises mit Passbild als "Tramper" kenntlich zu machen. Das brauche es vielleicht nicht im gut erschlossenen Rehfelde, doch wo im Ländlichen Lücken klaffen, "fürchte ich, wir werden diese Art Mobilität noch brauchen", warb Winkelkotte.
Sieben Neuzugänge konnte er an seinem Wohnwagen-Büro zum 1. Mai in Rehfelde verzeichnen und auch dieses Jahr werde er wiederkommen, kündigte Winkelkotte an und setzt weiter auf den Schneeball-Effekt. Nicht ohne auf eine weitere Variante von flexiblen Mitfahrgemeinschaften zu verweisen, die unter flinc.org im Netz zu finden sei.
Anschließend gehörte die ganze Aufmerksamkeit dem Vertreter von DNS:NET, einem mittelständischen Berlin-Brandenburger Unternehmen, das mit seinen drei Rechenzentren und Glasfaserkabelnetzen nicht nur Anbieter für Banken und Medienfirmen, sondern seit 2006 auch zugelassene Telefongesellschaft sei, wie Meik Osterberg darlegte. Diese Firma war die einzige, hatte GBR-Gemeindevertreter Heiko Müller eingangs betont, die sich auf seine Bestrebungen und Nachfragen hinsichtlich einer besseren Breitbanderschließung des Rehfelder Siedlungsbereiches gemeldet hatte. Interesse durch die Telekom avisierte er für Zinndorf und Werder. Rehfelde-Dorf indes schien zunächst für keinen lukrativ genug zu sein.
Die positive Nachricht des Abends: DNS:NET ist ohne Förderung durch das Land bereit, 350 000 Euro zu investieren, um in Rehfelde neben den neun Verteilerstationen des gegenwärtigen Anbieters ihre Verteilerkästen aufzustellen und die unterversorgten Kabelverteiler mit VDSL-Technik zu ertüchtigen.
Zwischen diesen Standorten würden etwa sieben Kilometer Glasfaserkabel verlegt, wovon rund 1360 Haushalte profitieren könnten. Dazu müsse keinesfalls alles aufgerissen werden, schaute der DNS-Mann voraus. Bis zu 100 Meter überbrücke eine Spülbohrmaschine im Untergrund und danach werde per Druckluft der Plastikkanal für das Glasfaserkabel hineingeschossen.
Für März kündigte Osterberg den Baubeginn an und für Sommer schließlich - je nach Entfernung vom Verteiler-Standort - für interessierte Kunden dann das Aha-Erlebnis mit der entsprechenden Fritz!Box.