Busfahrer Fred Klahre lenkt den Kleinbus mit Platz für 22 Fahrgäste an diesem Tag zum ersten Mal mit einem Stopp durch die Mittelstraße in Eggersdorf. An der Haltestelle Birkenstraße bremst er, um eine Schülerin aussteigen zu lassen, die anschließend zu Fuß in eben diese Straße einbiegt. Erst seit ein paar Wochen ist das möglich: Seitdem die Buslinie 932 mit drei zusätzlichen Haltepunkten ausgestattet wurde. Neben der Haltestelle Birkenstraße können Fahrgäste seit Mitte November an den Haltestellen Kiefern- und Grenzstraße zu- und aussteigen.

Busverkehr in beide Richtungen

„Vor allem Schüler und ältere Menschen sind auf den Bus angewiesen“, sagt Bürgermeister Marco Rutter. Ihre Fußwege werden durch die zusätzlichen Haltestellen kürzer. Zudem ist die Linie, die vor 20 Jahren unter dem Namen Citybus ins Leben gerufen wurde, attraktiv für Pendler: Sie verbindet die S-Bahnhöfe Petershagen und Strausberg – und zwar nicht mehr nur im Einrichtungsverkehr, sondern in beide Richtungen. „Verpasst man beispielsweise den Bus zum Bahnhof Strausberg, kann man 20 Minuten später den Bus in die Gegenrichtung zum Bahnhof Petershagen-Nord nehmen und verpasst nur eine S-Bahn“, sagt Rutter. Möglich ist das durch den neu organisierten Stundentakt.

4,5 Millionen Bus-Fahrgäste in MOL pro Jahr

Zuspruch erhofft sich die Gemeinde vor allem während der Badesaison von Mai bis September. Dann sei der Bus eine bequeme Lösung für Strandbad-Gäste aus Berlin, die mit der S-Bahn anreisen, heißt es aus der Verwaltung. 4,5 Millionen Fahrgäste zählt die mobus Märkisch Oderland Bus GmbH pro Jahr. Wie viele es auf der Linie 932 sind, könne nach mehrjähriger Bautätigkeit auf der Landesstraße L 33 in Eggersdorf und den Wegfall mehrerer Haltepunkte nicht gesagt werden. „Wie die Linie angenommen wird, zeigt sich erst im Laufe des nächsten Jahres“, so Betriebsleiter Torsten Heisler. Erstmal müsse es überhaupt ein Angebot geben.
Schon lange war die innerörtliche Buslinie Thema in den Sitzungen der Gemeindevertreter, angestoßen auch durch die Wortmeldungen von Anwohner Hans Roggenbuch. Im Frühjahr 2020 wurde Bürgermeister Marco Rutter beauftragt, Maßnahmen einzuleiten, um den Ein-Richtungs-Verkehr der Linie 932 zu beenden und das Busangebot in diesem Teil des Doppeldorfes zu verbessern. Rutter dankte nun Landkreis und Busunternehmen für das „lösungsorientierte Vorgehen aller Beteiligten“.

Bau der Haltestellen erst 2023

Der Fahrplan sei „ein Kompromiss“. So gebe es bereits Rückmeldungen, dass er sich mit dem Unterrichtsbeginn der FAWZ-Schule beiße oder die Umsteigezeit am S-Bahnhof knapp sei, sagt Rutter. „Anregungen, wie die Zeiten verbessert werden können, sind willkommen.“
Bisher handelt es sich bei den neuen Haltestellen um Provisorien. Durch befestigte Wartesteige ersetzt werden sie wohl erst 2023. Im nächsten Jahr werden unter anderem erst einmal die beiden Haltestellen Mittelstraße an der Altlandsberger Chaussee barrierefrei umgebaut und mit einem Wartehäuschen versehen, heißt es aus der Verwaltung.