Angesichts der noch immer unsicheren Pandemie-Lage sowie nicht ausreichender Planungssicherheit haben sich die Gemeinde Rüdersdorf, die Museums- und Kultur GmbH Rüdersdorf sowie der Bergbauverein Rüdersdorf 1990 dazu entschlossen, das traditionelle Bergfest am ersten Juliwochenende auch für dieses Jahr abzusagen. Die Nachricht verbreiteten sie am 6. Mai in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Bereits im vorigen Jahr war die Veranstaltung wegen Corona ausgefallen. Die nächste Auflage eines der ältesten Volksfeste Brandenburgs soll nun vom 1. bis 3. Juli 2022 stattfinden.

Viele Menschen fiebern Höhepunkten lange entgegen

Rüdersdorfs Bürgermeisterin Sabine Löser bedauerte die Absage. „Das Bergfest lockt jedes Jahr Menschen aus nah und fern nach Rüdersdorf“, sagte sie und erinnerte an den Aufzug der Bergleute mit Geleucht oder das Konzert der Bergkapelle. „Das sind Highlights, denen viele Menschen in Rüdersdorf das ganze Jahr entgegenfiebern. Wir blicken nun nach vorn und werden uns umso intensiver auf das kommende Bergfest vorbereiten.“

Museumspark-Chef rechnet weiter mit Einschränkungen

Der Geschäftsführer der Museums- und Kultur GmbH Rüdersdorf, Frank Schaal, geht davon aus, dass man ab Mitte Juli in eine „halbwegs normale Phase“ komme, allerdings weiter mit Beschränkungen bei den möglichen Besucherzahlen rechnen müsse. Er blicke dennoch optimistisch in die Zukunft.
Das Unternehmen habe diverse Veranstaltungsformate vorbereitet, die auch unter Einhaltung der Corona-Auflagen stattfinden könnten – Open Air. „Wir freuen uns auf eine Saison mit schönen Events wie Museumsnächten, dem Familientag und unserer Rüdersdorfer KulturZeit.“

Bergbauverein erinnert an Historie

Für die Mitglieder des Bergbauvereins als auch der Bergkapelle ist die erneute Absage besonders bedrückend. Sie bereiten sich in der Regel monatelang auf das Bergfest vor, proben, studieren abwechslungsreiche Programme ein, um jedes Jahr aufs Neue Gäste zu begeistern. Bergbauvereinschef Steffen Zwickirsch erinnert an die lange Geschichte: „Mit dem Bergfest im Jahr 1841, anlässlich des Besuchs von Friedrich Wilhelm IV in Rüdersdorf, begann eine langjährige Tradition der Ehrung und Würdigung des bergmännischen Berufsstandes. In der Folgezeit fanden bis 1939 Knappschafts- und Bergfeste statt.“ Der Bergbauverein führe die Tradition seit der Wende weiter, gestaltet seit 1991 die Eröffnungsveranstaltung des jährlichen Festes.

Bergbau schon seit dem 13. Jahrhundert

Damit werde die Rolle des Rüdersdorfer Kalksteinbergbaus für die Entwicklung der Stadt Berlin, des Landes Brandenburg und darüber hinaus verdeutlicht. Man hoffe, auch künftig zur Rüdersdorfer Bergbautradition beitragen zu können. Denn die ist lang: Erste Nachweise gehen auf das 13. Jahrhundert zurück, seit rund 400 Jahren wird im Ort Kalk gebrannt und seit über 100 Jahren Zement hergestellt.
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