Gespräche im Hausflur oder an der Tür – alles aus sicherer Dis-tanz. Hans-Joachim Feindt fährt viele Wege, sein Sozialmobil bleibt im Gegensatz zu den Zeiten vor Corona aber zumeist leer. Die Wege, die er nun zurücklege, beschränkten sich auf die Hilfe für Einkäufe oder Begleitung zu Arztbesuchen. Die Dankbarkeit dafür sei groß, schließlich schützt Feindt damit auch die Risikogruppen.
Das Angebot "Hilfelotsen im Seniorenalltag" (HILOSA) des Jugendsozialverbunds (JSV) in Strausberg müsse zwar auf sämtliche Gruppenausflüge und andere Angebote verzichten, könne aber weiter vereinzelte Einzelbetreuungen durchführen. "Das passiert alles auf dem telefonischen Weg", erklärt Koordinatorin Dayana Szeimis. Um zu vermitteln, dass man weiter an die Leute denke, habe man den Senioren beispielsweise auch Frühlingskarten mit Grüßen in die Briefkästen getan.
Der monatliche Veranstaltungskalender, der sonst zum Standard-Repertoire von HILOSA gehöre, könne im besten Fall für den Mai wieder geplant werden. Die Idee ist dabei auch, im Sozialmobil von Feindt einzelne Personen zu befördern – für kleinere Ausflüge oder Einkäufe. Ob das möglich sei, müsse geprüft werden.

Unterstützung auch für Kinder

Maja Reinke, Mitarbeiterin des Aktivspielplatzes, schlägt mit ihren Worten in dieselbe Kerbe. Man stehe in regem Kontakt mit den Eltern der Kinder, berate diese und versuche, auf deren Sorgen und Wünsche einzugehen – alles über den telefonischen Weg. Den Kindern helfe man bei den Hausaufgaben und erstelle wichtige Lernpläne für sie. Auch Aufklärung wäre noch Teil des Alltags, da die Ernsthaftigkeit der derzeitigen Situation noch nicht bei allen anerkannt sei.
"Es ist wichtig, dass wir zeigen, dass wir an die Kinder denken", ergänzt Reinke. Ideen habe sie dafür genug. Mit Videopräsentationen wolle sie über den großen Platz gehen, um den Kindern zu zeigen, wie der Frühling diesen bereits verändert habe. Die Kinder sollen weiter malen und Geschichten schreiben, die Reinke dann mit Laminat überzogen an einem großen Baum aufhängen wolle.
Einkaufshilfen und weitere umfassende Unterstützung gibt es derweil auch von Nadja Born, Erzieherin der  Eltern-Kind-Gruppe Mühlenwichtel.  Sie unterstütze derzeit vor allem allein erziehende Mütter, die jeglichen Alltag mit ihren Kleinen im Alleingang meistern müssten. Einkaufen, Arztbesuche – all das fiele nun vielen zur Last und Born versuche daher, wo sie könne, den Familien zu helfen. Auch Schuldnerberatungen oder die Überwindung von Sprachbarrieren zählten derzeit noch zum Programm – mit dem nötigen Abstand. Eine Idee, die Born hat, dass die Kinder Sonnenblumenkerne mit Erde zu Hause vorziehen, so dass  bei der Zusammenkunft gemeinsam losgelegt werden könne.

Weitreichende Planungen

Niemand beim JSV ist derzeit untätig. Auf Hochtouren werden Optionen geprüft, die man durchführen könne, sobald Beschränkungen gelockert werden würden. "Wir wollen den Blick wieder auf die Chancen lenken und hoffen auf mehr Optimismus!", verkündet die Vorsitzende Heidemarie Schulze. Hans-Joachim Feindt ergänzt: "Ich würde mir wünschen, dass unsere Hilfeleistungen noch mehr angenommen werden. Wir sind da und wollen helfen!" Es werde versucht, das Maximale für Hilfsbedürftige herauszuholen. Sobald es möglich sei, werde man die Planungen umsetzen. Am Ideenreichtum des JSV wird es kaum scheitern, vielleicht sieht der Mai schon deswegen für viele komplett anders aus.
Weitere Informationen unter Tel. 03341 498942

Der aktuelle Stand


Hilfeleistungen für den Jugendsozialverbund werden gerade in diesen Zeiten gerne gesehen. Leute, die sich ehrenamtlich einbringen wollen, die Lust haben zu nähen oder sich beim Einkaufen zu engagieren, sind jederzeit willkommen. Mund-Nasen-Masken werden wie in vielen Einrichtungen des Landes weiter gebraucht und schützen nicht nur das Klientel, sondern auch die Arbeitenden. Das gilt auch für andere Mangelware deren Beschaffung mittlerweile oft schwierig geworden ist, wie zum Beispiel Desinfektionsmittel. Möglich ist auch beispielsweise die Hilfe bei der Neugestaltung der Website, wie auch weitere Mithilfe beim Digitalisierungsprozess. Der Jugendsozialverbund braucht darüber hinaus dringend neue Laptops, mit denen Videokonferenzen und mehr durchgeführt werden können. oj