Viele Eltern von Kita-Kindern in Märkisch-Oderland dürften bei dieser Nachricht erleichtert aufatmen: Der Kreis plant, dass die Kindertagesstätten mit Beginn der letzten Maiwoche wieder in einen nahezu regulären Betrieb übergehen.
Darüber hat der stellvertretende Landrat und zuständige Fachbereichsleiter Friedemann Hanke (CDU) am Freitag die Bürgermeister und Amtsdirektoren in einem Schreiben informiert. "Unsere Vorstellung ist, dass ab dem 25. Mai alle Kinder wieder in den Kitas betreut werden und Einschränkungen über Öffnungszeiten oder die täglichen Betreuungszeiten erfolgen." Hier gebe es viele Möglichkeiten, die auch von den räumlichen Gegebenheiten, dem Personal und dem Betreuungsbedarf der Eltern abhingen, schreibt er.

Reaktion auf Infektionszahlen

Der Kreis weicht damit von der Linie der brandenburgischen Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) ab, die in dieser Woche Eckpunkte für einen eingeschränkten Kita-Regelbetrieb ab Ende Mai vorgestellt hatte. Da­rin heißt es unter anderem: "Es gilt weiterhin der Grundsatz, dass Kinder nur in den eingeschränkten Regelbetrieb aufgenommen werden sollen, wenn ihre Eltern nicht in der Lage sind, eine häusliche oder private Betreuung zu organisieren." Alle Kinder, die bisher an der Notfallbetreuung teilgenommen hätten, würden wie bisher betreut. Auch Alleinerziehende würden dabei weiterhin besonders berücksichtigt.
Dass der Landkreis Märkisch-Oderland nun "eine andere Ausgestaltung der Öffnung" anstrebe als das Land und in den Regelbetrieb zurückkehrt, sei der aktuellen Situation geschuldet, sagte Hanke auf Anfrage der MOZ. Er verweist auf die aktuellen Zahlen. Bis Freitag habe es im Kreis 201 bestätigte Corona-Infektionen gegeben, lediglich zwei seien in den vergangenen sieben Tagen dazugekommen. Aktuell seien sieben Menschen an Covid-19 erkrankt. Etwas anderes, als weitestgehend in den Normalbetrieb zu gehen, sei da nicht mehr vermittelbar. Hanke findet es nur logisch, jetzt als Landkreis Vorgaben zu machen. Nachdem das Land sich geäußert habe, "warten doch im Grunde genommen nur alle darauf, was wir sagen". Das Schreiben sei als Festlegung zu verstehen, die so umgesetzt wird, verdeutlichte er.
In der Information teilt er den Entscheidern in den Kommunen auch mit, dass der Krisenstab Anfang nächster Woche noch einige Fragen klären müsse, "um eine Balance zu finden zwischen den Anforderungen an die Hygiene und der Betreuung von allen Kindern". Über weitere Festlegungen werde informiert, damit die Vorbereitungen beginnen können. "Ich bin mir sicher, dass die Einrichtungen mit den Eltern vor Ort Lösungen finden werden. Gerne stehen wir dann beratend und unterstützend zur Seite."

Reduzierte Zeiten als Option

Geklärt werden müsse noch, wie die Betreuung konkret organisiert wird. "Laut Hygieneregeln müssten wir sagen, dass wir geschlossene Gruppen wollen. Das lässt sich beim Regelbetrieb mit allen Kindern aber nicht aufrechterhalten, weil es dafür zu wenig Erzieher gibt", sagte Hanke. Eine Lösung könne sein, die bisher notbetreuten und die anderen Kinder zu verschiedenen, eventuell reduzierten Zeiten zu betreuen. Aber das müsse noch besprochen werden. "Uns ist natürlich klar, dass wir mit der Rückkehr zum Regelbetrieb den Infektionsschutz ein Stück zurückfahren. Bei Gefahren werden wir aber sofort reagieren und, falls das Virus in einer Kita ausbricht, den Betrieb dort sofort einstellen", kündigte Hanke an.