Zwischen der Annahmekraft und dem Kunden hängt eine Plexiglasscheibe, die Wäsche wird sofort in separate Behälter gesteckt. Umgehend werden die Hände desinfiziert. Nach jedem Kunden, betont Alt-Chefin Gisela Blume, längst im Rentenalter und dennoch täglich im Laden – Fachkräftemangel.
Verunsicherte Kunden
Mit dem Einmarsch des Virus’ hielten sich die Kunden zurück. Obwohl Dienstleister wie das Textilreinigungsgewerbe nicht von Schließungen betroffen waren und die Textilhygiene für die Minderung des Ansteckungsrisikos eine große Rolle spielt. "Offensichtlich fürchteten viele Kunden, sie könnten etwas falsch machen, wenn sie weiter ihre Wäsche zur Reinigung bringen", vermutet Robert Blume. Und die Inhaberin der Textilreinigung im Handelscentrum, Angelika Thiessen-Krampe, sagt: "Viele wussten gar nicht so genau, ob wir überhaupt geöffnet haben und machten sich deshalb offensichtlich gar nicht erst auf den Weg." In ihrem Geschäft war der Rückgang deshalb besonders spürbar, weil sie ausschließlich von diesen Privatkunden lebt.
Die Textilreinigung Blume hat jedoch zusätzliche Umsatzeinbrüche durch die weggefallene Tischwäsche von Hotelrestaurants. Lediglich die Aufträge der Arztpraxen laufen weiter auf dem normalen Niveau. Auch Einsatzkleidungen von Feuerwehren aus der Umgebung sind ein regelmäßiger Auftragsposten. Die Frequenz der Privatkunden nimmt erst langsam wieder zu. Einigen mobilitätseingeschränkten Stammkunden höheren Alters bringt Robert Blume die Wäsche auch nach Hause.
Und alle hoffen natürlich auf die Öffnung der Gastronomie und Hotellerie ab 15. Mai.
Vergeblich gehofft haben die Textilreiniger in Strausberg bisher auf die vollmundig angekündigten Soforthilfen des Landes. "Ich habe sie umgehend beantragt, kaum dass sie bekannt gegeben waren", sagt Angelika Thiessen-Krampe, "aber bis jetzt: Fehlanzeige!" Und auch Robert Blume sagt: "Ich bin enttäuscht von den leeren Versprechungen der Politiker." Am 26. März hat er die Soforthilfe beantragt. Außer der Eingangsbestätigung der Investitionsbank des Landes hat er bisher keine Reaktion darauf erhalten. Und er legt nach: Auch hiesige Versorger hätten öffentlich angekündigt, auf Mahnungen wegen ausbleibender Zahlungen zu verzichten: Er hatte schon eine im Briefkasten.
Für den Geschäftsführer des Deutschen Textilreinigungsverbandes, Andreas Schumacher, ist diese Branche von der Politik in der Corona-Krise völlig vernachlässigt worden: Die textilen Dienstleister versorgten Unternehmen und Bürger mit hygienischer Berufskleidung und Wäsche. Doch insbesondere Betriebe, die für das Hotel- und Gaststättengewerbe arbeiten, hätten Probleme. Für betroffene Unternehmen fordert der DTV daher, Liquiditätshilfen anzupassen und weiterzuführen.