Am Gruscheweg soll in den kommenden Jahren ein Mix aus Eigenheimen und seniorengerechten Wohnungen entstehen. Rund 800 Menschen werden dort ein neues Zuhause finden. Und sie müssen versorgt werden. Seit Langem im Gespräch und relativ unstrittig ist unter den Gemeindevertretern die Idee und auch der Wunsch von Aldi, neu zu bauen. Als Areal wird die heute noch landwirtschaftlich genutzte Fläche zwischen Autobahn, Altlandsberger Chaussee und Gruscheweg favorisiert.
Die Fraktionen Linke und Die Parteilosen, die Gemeindevertreter Helmut May, Elke Fürstenberg sowie Hartmut Kretschmer haben auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung einen gemeinsamen Beschlussvorschlag eingebracht. Dabei geht es um die Änderung des Flächennutzungsplanes. Von einer Landwirtschaftsfläche hin zum Sondergebiet Einzelhandel mit einer Größe von 15 000 Quadratmetern. Umsiedeln soll dorthin der Aldi-Markt mit einer maximalen Verkaufsfläche von 1200 Quadratmetern. Am bisherigen Aldi-Standort hinter der Autobahnbrücke sollen dann keine zentrenrelevanten Sortimente mehr angeboten werden, heißt es im Beschlussvorschlag.
Der Bürgermeister wird beauftragt, kurzfristig die Verträglichkeit der zusätzlichen Ansiedlung eines Edeka-Marktes mit einer Verkaufsfläche von maximal 1600 Quadratmetern an diesem Standort zu prüfen. Untersucht werden soll, wer heute bei Aldi einkaufen gehen. Aus diesen Daten erhoffen sich die Gemeindevertreter Aussagen darüber, ob Aldi ein reiner Nahversorger ist oder überörtliche Bedeutung hat. Und erst, wenn die Verträglichkeitsprüfung vorliegt, soll den Gemeindevertretern die Beschlussfassung zur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes vorgelegt werden. Aldi solo, oder Aldi in Kombination mit dem Edeka-Markt.
Bevor die Gemeindevertreter deutlich mit 21 Ja-Stimmen grünes Licht für diese Verträglichkeitsprüfung gaben, wurde diskutiert. Corinna Fritzsche-Schnick (CDU) erinnerte daran, dass es darüber schon eine lange Diskussion im Zentrenausschuss gegeben hatte. Es würde dauern, bis die Daten vorliegen. Deshalb schlage sie vor, dass Aldi schon mal loslegen könne. Sven Kindervater (Linke) riet, jeden der Beschlusspunkte einzeln zu sehen. Danach könne Aldi bereits geplant werden. Und dennoch zeitgleich die Verträglichkeitsprüfung erfolgen. Dem widersprach Corinna Fritzsche-Schnick, in dem sie darauf verwies, dass erst nach dem Vorliegen der Verträglichkeitsprüfung der vorhabenbezogene Bebauungsplan auf den Weg gebracht werden soll. Elke Fürstenberg fand befremdlich, dass bereits bestimmt werde, wer als Nachbar von Aldi in Betracht käme.
Da griff Bürgermeister Jürgen Henze ein. Er verwies darauf, dass in Nähe dieses Gebietes ein Kreisel gebaut werden soll. Und da bräuchte es schon ein paar mehr Daten. Denn im Endeffekt ging es auch um infrastrukturelle Fragen und die Kostenbeteiligung, etwa am geplanten Kreiselbau.
Bau-Fachbereichsleiterin Janina Meyer-Klepsch vermittelte. Zum einen stellte sie klar, dass dieses Verträglichkeitsprüfung im April vorliegen wird. Diese sei zum anderen Basis, herauszufinden, was am Gruscheweg wirklich sinnvoll ist, um das Gebiet abzurunden. Je nachdem, was die Daten ergeben, könne man dort richtig planen. Auch Kindervater mahnte nun, kein Stückwerk zu betreiben, sondern abzuwarten. Janina Meyer-Klepsch ging zum Schluss noch einmal auf die Nachfrage von Elke Fürstenberg ein, wie die Verwaltung auf Edeka käme. "Der im Ort ansässige Edeka hat uns darum gebeten, diesen Standort am Gruschweg zu prüfen und so zu unterstützen", sagte sie.