"Mehr Öffentlichkeit herstellen, Macher vorstellen und Anregungen geben", nannte Dieter Schäfer zu Beginn die Intentionen der Veranstalter. Dies ist nur teilweise geglückt, denn es waren weitgehend Politiker und Anhänger der Linken, die am Mittwochabend im Gründerhaus den verschiedenen Vorträgen lauschten. Vereinsvorsitzende Helga Burgahn bedauerte denn auch, dass beispielsweise Akteure der Lokalen Agenda eine Gelegenheit ausgelassen hätten, Denkanstöße für die Arbeit vor Ort zu bekommen. Denn auch wenn die Stadtwerke (SSG) momentan Bürger und Unternehmen bezahlbar mit Strom und Wärme beliefern könnten - "irgendwann ereilt uns das Thema", glaubt sie.
Stadtwerke-Chef Andreas Gagel hatte eingeschätzt, dass sich sein Unternehmen "konzeptionell auf der richtigen Spur" befindet. Als Beleg führte er unter anderem an, dass man unter mehr als 900 Anbietern mit 4000 Produkten beim Grundtarif auf Platz 27 liege und im Firmenverbund ein positives Ergebnis erzielt habe. 2012 hätten die SSG rund 200 Kunden verloren, im Saldo seit der Öffnung der Märkte gut zehn Prozent - die Regionalversorger lägen im Schnitt bei 30 Prozent. Man habe bislang die richtigen Entscheidungen getroffen und "Glück gehabt". Größter Risikofaktor für sein Unternehmen sei die Bundeswehr. Beispielsweise sei für die Barnim-Kaserne eigens das Heizwerk Vorstadt modernisiert worden.
Gerade dieses Heizwerk biete auch Möglichkeiten für den Einsatz von Biomasse, jedoch würden die SSG erneuerbare Energien nur dort nutzen, wo es wirtschaftlich darstellbar sei und "nicht um jeden Preis". So hätten die Berechnungen für eine ins Auge gefasste "Wärmeinsel" an der Gustav-Kurtze-Promenade zu hohe Investitionskosten ergeben. Bislang ist das Unternehmen über den Verbund En.Regio an einem Windpark beteiligt, hat eine Fotovoltaikanlage und ist bestrebt, Biogas für seine Energieerzeugungsanlagen zu verwenden.
Ronald Strasser vom Unternehmen TransHeat stellte ein Containersystem vor, mit dem überschüssige Wärme ohne Leitungen zum Verbraucher im Umkreis von etwa 25 Kilometern gebracht werden kann. Die Speicher seien bei der Lufthansa in Köln seit über zehn Jahren im Einsatz. Allerdings kostet ein Sechs-Meter-Container für bis zu vier Megawattstunden Kapazität hierzulande 120 000 Euro.
Rehfeldes Bürgermeister Rainer Donath stellte die in seinem Ort gegründete Energiegenossenschaft vor, die im Sommer ihr erstes Projekt realisieren wird - eine Fotovoltaikanlage auf dem Sporthallendach. Ziele seien regionale Energieerzeugung und Verkauf sowie günstige Preise für die Bürger. Die Rehfelder betrachten die SSG als möglichen Partner und führen entsprechende Gespräche. Prötzels Ortsoberhaupt Rudolf Schlothauer erläuterte das in seiner Gemeinde bevorzugte GmbH-Modell. Beide sprachen auch Probleme an, unter anderem durch die Landespolitik.
Dies könnten die Organisatoren über ihre Kanäle ja nach Potsdam weitergeben, befand Stadtverordneter Steffen Schuster (offene Fraktion), der wie Bürgermeisterin Elke Stadeler die Diskussion verfolgt hatte. Er lobte, dass "ein wichtiges Thema in den Fokus gerückt wurde". Die Frage sei nun, wie man weiter damit umgehe. "Ich bin gespannt."