Bereits im vorigen Jahr hatte Stadtverordneter und Nabu-Ortsgruppenchef Andreas Fuchs (CDU) im Bauausschuss ein Rad-Parkhaus am S-Bahnhof Stadt ins Spiel gebracht. Clemens Rosner, der Verantwortliche der Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), ist sich über den Bedarf zumindest an der Stelle nicht so sicher. Schließlich habe Strausberg mit vier S-Bahnhöfen eine andere Situation als beispielsweise Bernau, wo es ein solches Rad-Parkhaus gibt. Das war mit einem großen Anteil von Fördermitteln des Landes gebaut worden. Ein weiteres gibt es in Potsdam, Oranienburg plant eines. Projekte seien zudem aus Königs Wusterhausen und Eberswalde bekannt, so Steffen Streu, Sprecher des Potsdamer Infrastrukturministeriums. Landeszuschüsse seien über die Richtlinie zur Förderung von Investitionen für den Öffentlichen Personennahverkehr möglich. Möglich sei zudem eine Förderung von Bike & Ride-Anlagen aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.
Strausbergs Baufachbereichsleiterin Birgit Bärmann hält ein Parkhaus für die letzte Möglichkeit, wenn nicht ausreichend Fläche zur Verfügung stehe. Laut Leitfaden "Parken am Bahnhof" des Ministeriums seien am S-Bahnhof Stadt ca. 140 Fahrradstellplätze nachzuweisen, "und das können wir auf der Fläche ebenerdig", sagte sie. Warum solle die Stadt ein Bauwerk errichten, wenn es eine kostengünstigere Variante gebe, fragt sie. Statt 900 Euro pro Stellplatz würden beim Parkhaus ca. 2500 Euro fällig, hinzu kämen Unterhalts- und Wartungskosten. "Wer Nachhaltigkeit fordert, sollte hier auch daran denken", sagte sie.
Sie sieht am Bahnhof Stadt für Radfahrer "das Optimale rausgeholt". Es werde nahe am Bahnsteig statt vorher 84 dann 92 normale Abstellflächen mit ADFC-zertifizierten Anlehnbügeln sowie eine "Sammelschließanlage" für höherwertige Räder mit 46 Plätzen und Ladestation für E-Bikes geben. Und es seien Erweiterungsflächen verfügbar.
Rosner würdigt denn auch den Zuwachs und erklärt, man wäre mit ausreichend überdachten Abstellplätzen zufrieden. In der Vorstadt reichten die hingegen nicht, glaubt er. Er hofft, dass im Radverkehrskonzept, für das in diesem Jahr Mittel im Haushalt eingestellt sind, auch dieses Thema aufgearbeitet wird. Ebenso die Rad-Schnelltrasse auf der ehemaligen Güterbahnstrecke der Strausberger Eisenbahn.
In Bernau sind jedenfalls gerade die abschließbaren Boxen stark nachgefragt. 58 davon gibt es. Sie würden sehr gut angenommen und seien komplett vermietet. Aufgrund der großen Nachfrage gebe es sogar eine Warteliste, so Nicole Schwarzkopf vom Bewirtschafter PRS Parkraum Service GmbH. Die Monatsmiete kostet zehn Euro, halbjährlich sind 50 Euro, fürs ganze Jahr 95 Euro zu berappen.
Das Strausberger Fahrradhaus Richter erwägt, ein ähnliches Angebot hier zu etablieren. Interessierte könnten sich gern per Mail an das Geschäft wenden.
info@fahrradhaus-richter.de