Die Zeit des Wartens, der Debatten um Grundstück, Standort und Größenordnung samt Umplanung des neuen gemeinsamen Hortes ist am Tag der Grundsteinlegung vorbei. Es könnte fast ein Richtfest sein, meint Bürgermeister Arno Jaeschke mit Blick auf die bereits errichteten Mauern zweier Gebäude auf dem künftigen Hortareal nahe der ehrwürdigen Stadtmauer.
Doch es sind insgesamt sieben kleinere Häuser, die später mehr als 250 Hortkinder beherbergen sollen - den baulichen Strukturen des früheren Ackerbürgerstädtchens mit seinem denkmalgeschützten Stadtkern angepasst. Fünf Häuschen werden neu errichtet und zwei der bestehenden Einzeldenkmale denkmalschutzgerecht saniert.
Für Letztere gibt es von Brandenburgs Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger 875 000 Euro aus dem Fördertopf städtebaulicher Denkmalschutz dazu. Aus dem EU-Topf werden später 2,2 Millionen Euro in dem Gesamtobjekt stecken. Mit dem Hortneubau wird sich die Lebensqualität der Altlandsberger Familien weiter heben, ist Vogelsänger sicher und fragt die künftigen Nutzer: "Na, seid ihr aufgeregt?"
Es ist Ferienzeit. Hortkinder fehlen, weshalb Kita-Storchennest-Leiterin Margit Förster mit Kindern aus der Raupen-, der Mäuse- und der Schneckengruppe zur Baustelle gekommen ist. "Die kommen schließlich nächstes Jahr in die Schule", sagt sie. Ihre Wünsche haben die Kinder auf eine bunte Wimpelkette geschrieben, die sie nach ihrem kleinen Liedprogramm in die Kartusche für die Grundsteinlegung stopfen.
Auf die Baustelle dürfen sie nicht. Stellvertretend für alle begleitet die siebenjährige Kira Stänicke aus Klasse 2 Minister Jörg Vogelsänger, Landrat Gernot Schmidt, Bürgermeister Arno Jaeschke und Stadtverordnetenvorsitzenden Ravindra Gujjula bei diesem symbolischen Akt.
Zuvor hatte der Minister schon am Brau- und Brennhaus auf dem Schlossgut-Gelände Station gemacht. Es ist das letzte innerstädtische Areal, das in der über 20 Jahre währenden Sanierungskur für die Innenstadt noch fertiggestellt werden soll.
40 Jahre habe Altlandsberg im Vergleich zu anderen Orten eher wenig Glück gehabt, will Jörg Vogelsänger möglichen Neidern Wind aus den Segeln nehmen. Jetzt dürfe die Stadt auch mal Glück haben.
Insgesamt lenkt das Land Brandenburg damit 4,8 Millionen Euro über den europäischen Agrarfonds für Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) sowie 700 000 Euro Bundes- und Landesmittel aus der Städtebauförderung in die beiden ehrgeizigen Großprojekte Hortneubau und Brau- und Brennhaus im Gesamtkonstrukt Schlossgut Altlandsberg.