„Wir bitten um einen sachlichen Kompromiss“, sagte Siegfried Völter (Linke), Vorsitzender der Gemeindevertretung. „Warum setzen wir uns nicht an einen Tisch und reden noch mal über Alternativen?“, fragte Anita Dinc (Linke). „Die Gemeinde kommt immer wieder auf Sie zu, doch von Ihrer Seite ist keinerlei Nachgeben zu bemerken“, kritisierte Volker Heiermann (SPD). „Die Art und Weise des Vortrags hat mir gefallen, aber ich bin erschrocken, wie wenig kompromissbereit Sie sind“, erklärte Roland Hillmann von der Bürgerinitiative Funkmast am Ende der knapp zweistündigen Veranstaltung.
Und tatsächlich: Steffen Branse, Referent für Mobilfunk und Umwelt, sowie Team-Manager Holm Rudelt ließen sich nicht aus der Ruhe bringen. Alle Argumente, den Standort zu verschieben, prallten an ihnen ab. Auch der Hinweis, dass es eine Selbstverpflichtungserklärung gebe, Schulen, Kita und Krankenhäuser in unmittelbarer Nähe zu meiden. „Da steht nicht, dass diese Ort zu meiden, sondern vorrangig zu prüfen sind“, so Branse.
Immer wieder beriefen sich beide auf das Deutsche Mobilfunkforschungsprogramm aus dem Jahr 2008, dass es keine Erkenntnisse über Gesundheitsschäden gibt. Dennoch bot Branse den vier Vertretern der Kita „Wasserflöhe“ an, die Ergebnisse der Forschungsarbeit auf den Tisch zu legen. Zahlen, wie lange Menschen auf mögliche Schäden untersucht wurden und wie viele Probanden es waren, konnte er aus dem Stegreif nicht vorgelegt werden.
Enttäuscht waren die Zuhörer, so sagte es u. a. Anita Dinc, dass die E-Plus-Männer zwar eine Karte zeigten, wie mit Hilfe des Mastes am Bahnhof die Region rundum mit Mobilfunk durch E-Plus abgedeckt werden könnte, dass es aber keine Vergleichsübersichten zu denen von der Gemeinde mit Hilfe des TÜV Süd erarbeiteten Alternativen gibt. „Der TÜV Süd verfügt nicht über die nötigen Unterlagen, um solche Schlüsse ziehen zu können“, betonte Rudelt. Er lud allerdings alle Interessierten ein, nach Berlin zu kommen. Dort könnte man anhand einer Computersimulation solche Übersichten darstellen. Diese Einladung wollen einige, darunter Siegfried Völter, annehmen.
Die Hoffnung, dass sich E-Plus aber tatsächlich auf eine Veränderung des Standortes einlässt, ist eher gering. „Irgendwann muss man sagen, dass Dinge genehmigungsfähig sind. Ich kann nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag warten“, sagte Branse. Sobald das Gericht entschieden hat, werde losgebaut.
Alfred Weihs (W.I.R.) schaffte es, die E-Plus-Leute kurz zu verblüffen. Er machte sie darauf aufmerksam, dass der Funkmast der Deutschen Funkturm GmbH (DFMG) in der Gärtnerstraße mitgenutzt werden kann. Diese habe den Mast statisch verstärkt, habe er am Mittwoch erfahren. Auf MOZ-Nachfrage will sich Branse in der kommenden Woche mit der DFMG in Verbindung setzen. „Wenn das wirklich stimmt, könnten wir natürlich auch Kosten sparen“, sagte der Leipziger.
Das wäre auch für die Fredersdorfer ein guter Kompromiss.