Wenn der Chef der Staatskanzlei, Martin Gorholt, mit Blumen, einer Urkunde und einem Füllfederhalter einer Firma aus Bad Wilsnack unterwegs ist, dann ist es wieder Zeit, jemanden auszuzeichnen. Einen Brandenburger, der sich für andere engagiert. Am Mittwoch eilte Gorholt nach Hoppegarten in die Rathaus-Galerie, um dort Gabriele Stolze als Ehrenamtlerin des Monats zu ehren. Das Schöne: Die fast 71-Jährige lebt nicht nur im Land Brandenburg und seit 1993 in Hönow, sondern sie ist eine echte Brandenburgerin. Gorholt dankte ihr im Auftrag von Ministerpräsident Dietmar Woidke für ihre unermüdliche Energie, anderen Kunst und Malerei auf ganz verschiedene Weise näher zu bringen.
Vor einigen Jahren war die Architektin Mitbegründerin der Gruppe machart im Hönower Bürgerverein. 2012 zeigte die dreifache Mutter erstmals ihre eigenen Bilder in der Rathaus-Galerie. "Und ich wunderte mich, dass meine Bilder hingen und hingen und hingen. Mehr als fünf Monate. Na ja, da habe ich mir gedacht, wenn hier kein anderer ausstellt, dann musst du dich eben darum kümmern", erzählt die Rothaarige mit der markanten Brille fröhlich nach all den Laudatoren.
Erfolgreich hat sie dieses Projekt in Angriff genommen. Derzeit hängt die 28. Schau, eine Fotoausstellung – Horse with no man –, und es folgt schon am 9. Juli die Cartoon-Ausstellung an selber Stelle.
Vielleicht kommt ja SPD-Landtagsabgeordnete Jutta Lieske dann zur Eröffnung um 17 Uhr. Sie war es schließlich, die vor weniger als einem halben Jahr Gabriele Stolze für die Auszeichnung als Ehrenamtlerin des Monats vorgeschlagen hatte. "Ich freue mich sehr, dass es noch in dieser Legislaturperiode geklappt hat", strahlte sie. Seit Längerem kennt Jutta Lieske die Stolzes, die sich um zig Projekte kümmern.
Das Neueste sind Vorlesen und Puppenspiel in der Kita einer der vier Stolze-Enkeltöchter. "Gabriele und Raymund Stolze haben am Bad Freienwalder Gymnasium eine Kunstaktion mit Abiturienten super begleitet. Damals haben sie mich in die Rathaus-Galerie Hoppegarten eingeladen. Nun reisen wir uns gegenseitig hinterher", erzählt Jutta Lieske. Sie wird nun in die Kurstadt die Idee des Kunstschaufensters mitnehmen. "Und auch den Kunstautomaten finde ich super", bekannte sie. Dabei handelt es sich um einen ehemaligen Zigarettenautomaten, der, künstlerisch gestaltet, Mini-Kunstwerke in Zigarettenschachtelformat auswirft. Unikate, versteht sich.
Die Idee, solch einen Apparat nach Hönow in die Thälmannstraße zu holen, hatte das Ehepaar bei einem Bummel durch Gabriele Stolzes Brandenburg an der Havel.