Volker Hahn, Dietrich Pohl, Richard Thielemann, Dieter Ketteniß und Winfried Arndt - das ist die Bautruppe des Bergbauvereins. Und diesen fünf Männern ist es - neben Firmen, Sponsoren und dem Förderverein des Museumsparks - zu verdanken, dass der Park, ja Rüdersdorf, ein wichtiges Stück Geschichte zurückbekommen hat. Dies betonte der Geschäftsführer der Kultur GmbH, Jörg Lehmann, in seiner kurzen Ansprache.
Und meint damit das Denkmal für Emil von der Decken, das am Sonnabend 115 Jahre nach seiner Einweihung wieder eingeweiht werden konnte. Denn die Männer haben mit Akribie, in vielen Stunden Arbeit den Obelisken im Hochdrucknassverfahren gereinigt, neu verfugt und kaputte Steine ausgetauscht. Alles unter den wachsamen Augen des Denkmalschutzes. Das Relief wurde wieder angefertigt, eine Gedenktafel angebracht und, und, und.
"Ich bin glücklich, dass es gelungen ist, mit dem Denkmal wieder eine Etappe der Rüdersdorfer Geschichte aufzuarbeiten", betonte der Vorsitzende des Fördervereins, Rüdiger Wirthwein. Die Gemeinde habe viele Persönlichkeiten, die es wert wären, geehrt zu werden, und wünschte sich, dass die Gemeindevertreter perspektivisch dies auch so sehen und Wege finden. Winfried Arndt schilderte dann Etappen aus dem Lebensweg des Oberbergrates Emil von der Decken (1837-1897), der bei den Bergleuten sehr beliebt war und als erster Rekultivierer gilt. "Denn er hat die Grüne Kehle anlegen lassen", sagte Arndt. Auch Bürgermeister André Schaller freut sich, dass wieder ein Stück Geschichte erhalten und das Denkmal aus seinem Schattendasein geholt wurde. Zum Abschluss des Festaktes, zu dem eine kleine Abordnung der Bergkapelle spielte, überbrachte Jürgen Kreowsky von den Heimatfreunden nicht nur beste Grüße, sondern auch ein Bild von Emil von der Decken, das der Verein im Bergbaumuseum Bochum entdeckt hatte.
Auch am Nachmittag wurde - diesmal in der Gemeindebibliothek - die Bergbau-Tradition lebendig. Denn die Friedrich-Wilhelm-von-Reden-Bibliothek ist die einzige noch aktive Einrichtung bzw. der einzige noch nutzbare Ort, der mit dem Namen dieses Mannes verbunden ist.
Friedrich Wilhelm von Reden, geb. 1752 in Hameln, war u. a. Oberbergrat und Direktor des Oberbergamtes Breslau. Er ließer einen Stichkanal vom Kesselsee zu den Rüdersdorfer Kalkbrüchen bauen, der im Januar 1806 eröffnet wurde und als Reden-Kanal bekannt ist. Vor 200 Jahren starb von Reden. "Und dies ist uns Anlass, den Tag der Bibliotheken, der deutschlandweit begangen wird, ihm zu Ehren zu gestalten", sagte Bibliotheks-Leiterin Beate Schanklies. Und erinnerte daran, dass es einst im Ort die Redenstraße gab. Doch im Zuge des Tagebaus wurden die Häuser dort abgerissen, erinnern gerade noch die Straßenbahngleise daran, dass es hier mal eine Straße, Geschäfte, Häuser gab. Auch das Reden-Portal, so pflichtete ihr Bürgermeister André Schaller bei, ist zwar noch vorhanden, liegt aber unter Kalksteinen vergraben. Ebenso der Reden-Tunnel. "Ich wünschte, ich würde es noch erleben, dass das Portal wieder freigelegt wird", sagte er.
Beate Schanklies zitierte aus einer Beschreibung aus dem Jahr 1930. Darin ging es um den Reden-Park, der nachts elektrisch beleuchtet wurde, in dem es einen Musikpavillon gab, in dem die Bergkapelle aufspielte und sich Paare zum Tanz drehten. Sie bedankte sich herzlich bei vielen Sponsoren, dass sie eine Idee der Bibliothek so großzügig unterstützt haben. Denn Felix Seliger-Büssow von der Strausberger Firma Idealarts, der schon die Fassade der Bibliothek gestaltet hat, wurde beauftragt, Erinnerungen an von Reden festzuhalten. Geschaffen wurde von ihm ein zwei mal zwei Meter großes Bild, das nun in der Bibliothek hängt. Es zeigt Friedrich Wilhelm von Reden, zwei Ansichten der Redenstraße, die Fassade der Bibliothek und das Reden-Portal.
Vor der feierlichen Enthüllung sorgte Schauspieler und Regisseur Axel Poike für eine vergnügliche Stunde. Er widmete sich einem Zeitgenossen Friedrich Wilhelms von Reden - Adolph Freiherr von Knigge. Und zitierte aus dessen Buch "Über den Umgang mit sich und anderen Menschen". Da ging es u. a. um den Umgang mit dem eigenen Körper, um die gestörten Wahrnehmungen Verliebter und um die Jugend "von heute". Aber auch, dass man oft den Eindruck bekommen könne, die Alten von heute erinnerten sich nicht mehr an ihre Jugendzeit.
Anlässlich des 200. Todestages veranstaltet im November der Bergbauverein ein Kolloquium zum Leben und Wirken von Redens