So blieb es denn in erster Linie ihm überlassen, Rückschau zu halten auf eine letztlich erfolgreiche, aber hürdenreiche, von Seiten des Kollegiums und etlicher Helfer immer auch im Sinne der Kinder, der Betreuungs- und Arbeitsbedingungen kämpferische Entwicklung. Riedel erinnerte an die zwei Heime für verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche aus der gesamten Republik, die es zu DDR-Zeiten mit "Weiße Taube" in Bollersdorf und "Wilhelm Pieck" in Pritzhagen einschließlich der angeschlossenen Schulen gab. Nach der Wende kam es zu zahlreichen Umstrukturierungen, auch einem Rückgang der Kinderzahl, letztlich der Zusammenlegung beider Schulen in dem Pritzhagener Objekt - und insgesamt sehr lange große Ungewissheit, was die Zukunft bringen mag. Geld war immer knapp, so Riedel, selbst für die Einrichtung der Stellen von Sekretärin und Hausmeister an den Kreis als Schulträger müsste er Bittbriefe schreiben.
Er wie auch Heike Ruhnow merkten aber dankbar an, dass der frühere Leiter des Schulverwaltungsamtes Karl-Heinz Gebhard ebenso wie der sein Nachfolger Tobias Seyfarth stets das ihnen Mögliche an Unterstützung beigetragen, ein offenes Ohr für kleine und große Probleme hätten. Dennoch mangelte es anfangs selbst an Mobiliar, stammte die Ersteinrichtung von Riedels Arbeitszimmer aus dem alten Kinderheim oder einem ehemaligen Apothekenschrank.
Der Spielplatz und andere Neuerungen wurden mit ganz viel Eigenleistungen des Teams bewerkstelligt, später folgten dann die Fassadenrenovierung oder die Sanierung der Turnhalle im heutigen Ganztagsgebäude. Nicht nur in diesen Zusammenhängen, sondern auch sonst sei Hausmeister Werner Günther, der im Ort wohnt und ganz schnell zur Stelle ist, ein Schatz. So wie Schulsozialarbeiterin Daniela Witthuhn (seit 1999 mit im Team) und viele andere schon langjährig bekannte Gesichter.
Kontinuierlich ausgebaut wurde die Nachmittagsbetreuung. Förster Peter Büssow oder der Ihlower Torsten Langbecker sind als Partner dort oder bei der Projektwoche eingebunden. Die ist wie andere Aktivitäten eine Kooperation mit der Buckower Grundschule. Erfreut konnte Heike Ruhnow zudem zwei Gäste aus Kostrzyn von einer der beiden polnischen Partnerschulen begrüßen. Wildniscamp, Klassenfahrten und vieles mehr waren und sind nur dank vielfältiger Hilfe und Spenden möglich.
Ein besonders unermüdlicher Kampf bleibt die Sicherung der Musiktherapie durch Elke Nawrotzki, die fest zur Schulfamilie gehört. Dass sie künftig ihren Einsatz in Pritzhagen aus ihrem Stundenkontingent bei der Kreismusikschule bestreiten kann, wie gerade vereinbart wurde, ist ein wichtiger Fortschritt. Für die sozial und emotional verhaltensauffälligen Kinder ist dieses Angebot überaus bedeutsam, hieß es.